Kampf um jeden Zentimeter

Mehr Stellplätze fürs Rad - auf Kosten von Auto-Parkplätzen? Darum wird rund um die Rellinger Straße gerungen.

Aufmüpfige Autofahrer gegen die Radfahrpartei GAL: Szenen aus Eimsbüttel

Die einen fürchten Parkplatzklau, die anderen wollen Stellflächen für Fahrräder: Darüber gibt es immer wieder Konflikte. Es ist ein Kampf um jeden Zentimeter – Szenen aus Eimsbüttel.
Stefan Zieriacks hat ein einfaches Ziel: Parkplätze für Autos erhalten. „Seit Jahren vernichtet der Bezirk Eimsbüttel Stellplätze“, sagt er. Gemeinsam mit einer Handvoll Anwohnern aus dem Gebiet rund um die Rellinger Straße hat er eine Kampagne gestartet. Sie heften Zettel unter Windschutzscheiben, rufen zum Protest auf. Das klare Feindbild: Die Eimsbütteler GAL. „Die Bürger sollen umerzogen werden, ihre Autos abzuschaffen“, so Zieriacks. Sein jüngstes Beispiel: Rund um den Eimsbütteler Marktplatz wurden Ende 2011 etwa 30 Parkplätze gestrichen. Das Abstellen der Autos zwischen Geh- und Radweg war Politik, Bezirksamt und Polizei aus Sicherheitsgründen ein Dorn im Auge.
Themen ansprechen in den entsprechenden Ausschüssen, Vorschläge einbringen? Davon hält Zieriacks nichts. Die „Parkplatzschützer“ wollen noch mehr Unzufriedene einsammeln und dann der rot-grünen Mehrheit „lästig werden“.
Fabian Klabunde stellt sich solchen Stimmungen. Der GAL-Verkehrspolitiker hält dagegen:„Es geht nicht darum, Autos zu verdrängen. Es ist einfach nicht genug Platz für Parkflächen da. Da müsste man sonst Häuser abreißen.“ Die Grünen haben für das drängelige Gebiet zwischen Osterstraße, Heußweg, Kieler Straße und Tiedemannstraße ebenfalls eine Kampagne gestartet. Anwohner sollen ungenutzte Flächen vorschlagen, auf die ohne Probleme Abstellbügel für Räder passen – und dabei keinem Auto oder Fußgänger Platz wegnehmen und so niemanden stören. Hunderte Fahrräder stehen in dem Quartier an den Straßen, teils ziemlich abenteuerlich geparkt, genauso wie viele Autos.
Klabunde:„Als Grüne kritisieren wir die Überlast des Autoverkehrs, aber vielfach gibt es auch konfliktarme Lösungen.“ Die sollen nun gefunden werden.


Abstellbügel für Fahrräder oder Stellplätze für Autos: Was wird dringender gebraucht in Eimsbüttel?
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Treffen und Kontakt
Die „Parkplatzschützer“ treffen sich das nächste Mal am Donnerstag, 14. Juni, um 19.30 Uhr in den Lehmitz Weinstuben, Faberstraße 21. Auf Facebook gibt es zudem eine Seite dazu.
Die GAL bietet auf der Internetseite www.beweg-die-stadt.de die Möglichkeit, Verkehrsprobleme im Stadtteil zu benennen und Verbesserungen vorzuschlagen.
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5 Kommentare
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Michael Schulz aus Stellingen | 13.06.2012 | 23:43  
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Michael Schulz aus Stellingen | 13.06.2012 | 23:47  
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Michael Schulz aus Stellingen | 14.06.2012 | 00:49  
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Michael Schulz aus Stellingen | 15.06.2012 | 22:32  
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Jens Siewert aus Eimsbüttel | 02.01.2013 | 10:14  
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