Kaifu-Nadelöhr: Radweg bleibt weiterhin gesperrt

Radeln verboten: Die Mauer vor dem Kaifu-Bad ist schon seit Jahresbeginn kaputt. (Foto: cvs)

Kaputte Mauer am Kaifu-Bad in Eimsbüttel: Hickhack um die Reparatur

Christopher von Savigny, Eimsbüttel – Fußgänger und Radfahrer haben es am Isebekkanal nicht leicht: Schon seit Februar ist ein 150 Meter langes Stück des Fahrradwegs zwischen Weidenstieg und dem Freibadeingang des Kaifu-Bads abgesperrt. Und das wird voraussichtlich noch weitere Monate so bleiben.
Auf etwa zehn Metern Länge ist eine Mauer eingestürzt, davor steht ein rot-weißer Absperrzaun aus Plastik. Radler weichen notgedrungen auf den Fußweg aus, Stau und Drängeleien sind an der Tagesordnung. „Dass das mit der Reparatur so lange dauert, sehe ich nicht ein“, ärgert sich Radfahrerin und Anwohnerin Wiebke Meyer.
Warum ist so lange nichts passiert? Offenbar können sich die Beteiligten nicht auf ein weiteres Vorgehen einigen. Die Trockenstützmauer, die den Sockel für die Grundstückseinfassung rund ums Kaifu-Bad bildet, ist 75 Jahre alt und steht unter Denkmalschutz. Auch der Naturschutzbund NABU möchte ein Wörtchen mitreden. „Inzwischen wurden verschiedene Möglichkeiten zur Renovierung vorgelegt“, sagt Kirsten Rüde, Pressesprecherin der Bäderland GmbH. Es gebe einen „hohen Abstimmungsbedarf“ mit den unterschiedlichen Akteuren. „Erst nach der Entscheidungsfindung können die weiteren Maßnahmen und Schritte geplant werden.“
Starkes Wurzelwachstum trägt Schuld daran, dass die Mauer kollabiert ist. Auch an anderen Stellen wölbt sich das Mauerwerk schon bedrohlich nach außen. Das Bezirksamt Eimsbüttel hatte daher im März die Fällgenehmigung für sechs Rotbuchen mit Stammdurchmessern zwischen 18 und 41 Zentimetern erteilt. „Die Standsicherheit der Bäume konnte nicht mehr gewährleistet werden“, erklärt Amtssprecherin Aileen Röpcke. Aufgrund der akuten Einsturzgefahr der Mauer sei man leider gezwungen gewesen, den ganzen Radweg auf 150 Metern Länge abzusperren.
Der NABU wünscht sich, dass bei der Instandsetzung der gleiche Naturstein und kein Beton verwendet wird. „Die Mauer am Kaifu-Bad ist ein wertvoller Lebensraum für Tiere und Pflanzen“, sagt Pressesprecherin Ilka Bodmann. „In ihr brüten jedes Jahr Kohlmeisen. Viele Vogelarten finden dort ein reichhaltiges Nahrungsangebot in Form von Insekten, Spinnen und Asseln, die in den Ritzen der Mauer zu finden sind.“
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