Kahlschlag für Neubau

Im Innenhof der Gärtnerstraße 23 soll ein Neubau hin – dafür musste ein Teil der Grünfläche weichen. (Foto: cvs)
Hamburg: Gärtnerstraße 23 |

Hoheluft: Saga/GWG rodet Grünfläche für weiteres Wohnhaus – Mieter verärgert

Christopher von Savigny, Eimsbüttel

Neue Wohnungen im dichtbebauten Eimsbütteler Kerngebiet: Dafür muss Grün weichen. Ein Beispiel aus Hoheluft.
Im Hinterhof der Gärtnerstraße 23: Wo einst eine Reihe herrlich blühender Weißdorne stand, sieht man nun nichts als Baumstümpfe. Auch eine gewaltige Birke wurde gefällt. „Dabei hat man uns versprochen, dass alle Bäume stehenbleiben dürfen“, sagt eine Mieterin, die anonym bleiben möchte.

Geplant seit 2014 – dann tat sich lange nichts

Bereits im August 2014 hatten die Bewohner des Gebäudeblocks eine Mitteilung der Saga/GWG erhalten, dass auf dem betreffenden Rasenstück ein Neubau geplant sei. Noch im gleichen Jahr sollten die Bauarbeiten beginnen. Doch es passierte lange nichts – erst vor kurzem rückten plötzlich Arbeiter mit schweren Maschinen an. Zum Bäumefällen. Die Mieter des Hinterhofgebäudes (Haus 1-9), denen der Neubau direkt vor die Nase gepflanzt wird, fühlen sich übergangen. Das Versprechen, die Bäume stehenzulassen, sei wohl nur eine „Beruhigungspille“ gewesen, so der Vorwurf an die Saga. Zudem hätten viele Mieter des Altbaus unter feuchten Kellern zu leiden – ein Problem, das man zuerst hätte angehen müssen.

Es entstehen 26 neue Wohnungen

Nach Auskunft des kommunalen Wohnungsunternehmens sollen die Bauarbeiten Anfang 2016 beginnen. Geplant sind demnach drei Vollgeschosse plus ein Staffelgeschoss. Die Anzahl der Wohnungen wird mit 26 angegeben. Zuvor muss allerdings eines der über 100 Jahre alten Gebäude – das einzeln stehende Haus 2 – abgerissen werden. Warum die Verzögerung? Weil die Umquartierung der Bewohner einige Zeit in Anspruch genommen habe, so die Saga. Außerdem müsse das Areal noch auf mögliche Bomben-Blindgänger untersucht werden. „Sobald wir konkrete Termine wissen, werden die Mieter vor den geplanten Baumaßnahmen kurzfristig von uns informiert“, sagt Michael Ahrens, Pressesprecher der Saga/GWG.
Von einem Versprechen, die Bäume stehen zu lassen, will das Unternehmen nichts wissen. „Diese Information wurde von der Saga/GWG nicht kommuniziert“, so Ahrens. Ebenso sei das Problem der feuchten Keller unbekannt. „Der gesamte Kellerbereich wurde vor etwa sechs Jahren umfangreich saniert und mit einer Dämmung versehen“, so der Sprecher.
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