Jugendausschuss macht keine Sparvorschläge

Für die Eimsbütteler Bau- und Abenteuerspielplätze wird es finanziell immer enger. (Foto: Funke-Wellstein/pixelio.de)

Die Freien Träger verhindern eine Debatte über die Kürzungen des Senats

Jan Paulo, Eimsbüttel – Bei den Einrichtungen der Offenen Jugendarbeit im Bezirk Eimsbüttel geht die Angst um. Zehn Prozent will die Stadt bei den Ausgaben für Jugendarbeit und Familienförderung einsparen.
„Die Stimmung ist ganz schlecht“, sagt Stefanie Möbius, Projektleiterin beim Abenteuerspielplatz Eimsbüttel-Nord an der Högenstraße. „Wenn weiter gekürzt wird, können wir uns viele Ausflüge nicht mehr leis-ten, und wenn sogar Stellen wegfallen, müssen wir schließen, sobald von den verbleibenden Mitarbeitern jemand krank wird.“
Anscheinend hofft man bei den freien Trägern noch, die drohende Sparwelle komplett verhindern zu können. Und Zuschüsse zusammenstreichen wollen die Vereine aus der Jugendarbeit daher wohl auch nicht. Ihre Vertreter verhinderten gemeinsam mit der Opposition auf der letzten Sitzung des Eimsbütteler Jugendausschusses eine Beratung darüber, wie und wo gekürzt werden soll. Offenbar befürchteten sie, allzu vorauseilend die eigene Arbeit zu gefährden.
Ob eine einzelne Einrichtung zugunsten der anderen schließen muss oder die Lasten auf mehrere Schultern verteilt werden, ist also noch offen. Nun kommt das Thema auf der nächsten Sitzung am Montag, 11. Juni, wieder auf den Tisch. „Wenn wir uns als Ausschuss nicht äußern, haben wir auch keine Möglichkeit, auf die Ausgestaltung der Sparvorgaben Einfluss zu nehmen“, meint Nils Harringa von der SPD-Fraktion. „Dann entscheidet der Bezirksamtsleiter oder spätestens der Hamburger Senat.“
Allerdings hofft auch der Kommunalpolitiker noch auf eine Abmilderung. Harringa: „Auf dem Landesparteitag der SPD am kommenden Wochenende kommt das Thema sicher noch einmal zur Sprache.“ Aber ob das noch was nützt?
In anderen Bezirken liegen inzwischen konkrete Sparvorschläge vor. Der Bauspielplatz im Schanzenviertel soll zum Beispiel 20.000 Euro einsparen. Vermutlich fällt dadurch eine halbe Erzieherstelle weg.
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