Jürgen Mantell macht jetzt in Sport

Jürgen Mantell, bis 2010 Eimsbüttels Bezirksamtsleiter, ist nun Präsident des Hamburger Sportbunds.

Eimsbüttels ehemaliger Bezirksamtsleiter ist neuer Präsident des Hamburger Sportbunds

Von einem entspannten Ruhestand hält er offenbar nichts: Jürgen Mantell, Eimsbüttels ehemaliger Bezirksamtsleiter, hat eine neue Aufgabe. Am Wochenende wurde der 70-Jährige zum Präsidenten des Hamburger Sportbunds (HSB) gewählt.
Mantell übernimmt den Chefposten vom langjährigen HSB-Präsidenten Günter Ploß, der nach internen Machtkämpfen auf eine erneute Kandidatur verzichtete. Eine Allianz aus Breitensportvereinen hatte sich gegen den bisherigen Amtsinhaber entschieden. Nachfolger Mantell ist bereits seit zwei Jahren Mitglied des HSB-Präsidiums. Mit ihm ist nun ein gewiefter Taktiker und Strippenzieher an der Spitze von Hamburgs größtem Sportverband. Der HSB repräsentiert die Hamburger Sportvereine mit ihren knapp 600.000 Mitgliedern.
Zuletzt machte der Verband immer wieder mit Skandälchen und Finanztricks bei seiner Jugendorganisation Schlagzeilen. Streit gab es auch um unerwartete Mehrkosten bei der Sanierung des verbandseigenen Hauses des Sports an der Schäferkampsallee nahe der U-Bahn-Station Schlump. Damals trat der Verantwortliche zurück.
Mantell will mit seiner neuen Mannschaft offenbar ein biss-chen ausmisten: Der Eimsbütteler kündigte Strukturreformen beim HSB an, der Verband soll leistungsfähiger und transparenter werden.

Vier Fragen an Jürgen Mantell:


Elbe Wochenblatt: Warum übernehmen Sie nun im Ruhestand ein solches Amt?
Jürgen Mantell: Ich bin ja bereits seit zwei Jahren Vizepräsident des HSB. Jetzt übernehme ich das Amt des Präsidenten. Ich tue dies gerne. Wenn man sich gesund und fit fühlt, ist es eine schöne Aufgabe, sich mit seinen erworbenen Fähigkeiten und Kenntnissen für eine so wundervolle Aufgabe wie den Sport ehrenamtlich einzusetzen.

EW: Was können Vereine vom neuen Präsidenten erwarten?
Mantell: Die Ausfüllung der Ziele der Dekadenstrategie, gemeinsam mit den Vereinen und Verbänden, und in diesem Zusamenhang eine Verbesserung der Fördermöglichkeiten für die vereinseigenen Sportanlagen.

EW: Was zählt mehr für Sie: Investitionen für eine vernünftige Infrastruktur (modernisierte Sportstätten in den Quartieren) oder Engagement für eine prestigeträchtige Olympiabewerbung?
Mantell: Eindeutig die In-vestitionen für eine vernünftige Infrastruktur (modernisierte Sportstätten in den Quartieren). Eine Olympiade in Hamburg wäre für den Sport in Hamburg eine wunderbare Angelegenheit, ihre Basis sollte die Sportstadt Hamburg mit ihren vorhandenen und (für Olympia) verbesserten und ausgebauten Sportanlagen sein, die auch nach der Olympiade für den Sport und die Bürgerinnen und Bürger weiter nutzbar sind.

EW: Wird der HSB mehr Mittel von der Stadt einwerben, um den Breitensport bei den Vereinen in den Stadtteilen zu fördern?
Mantell: Ich habe auf der Mitgliederversammlung darauf hingewiesen, welchen positiven Einfluss die Vereine in den Stadtteilen Hamburgs auf die Entwicklung und Lebensfähigkeit und die Lebensqualität in den Stadtteilen haben. Diese Wirkungen erzeugen die Vereine unter anderem mit ihrem Engagement im Breitensport. Der HSB hat gerade den Sportfördervertrag für 2015/16 unterzeichnet. Es hat Verbesserungen gegeben. In den nächsten Verhandlungen werden wir für mehr kämpfen. Was die Sportvereine für die Stadtgesellschaft leisten, verdient mehr Förderung.
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