Jerusalemkirche wird 100 Jahre alt

Wann? 08.04.2012 10:00 Uhr bis 08.04.2012 16:00 Uhr

Wo? Jerusalem-Kirche, Schäferkampsallee 36, 20357 Hamburg DE
Die Jerusalem-Kirche feiert Ostern ihr 100. Kirchweihfest. (Foto: fh)
Hamburg: Jerusalem-Kirche |

Die kleine Gemeinde in Eimsbüttel setzt sich für den jüdisch-christlichen Dialog ein

Von Frauke Heiderhoff, Eismbüttel – Roter Backstein, schwarzes Schieferdach, kupferfarbene Regenrinnen: Die Jerusalemkirche in der Nähe des U-Bahnhofs Schlump ist ein markanter Punkt im Viertel. Am Sonntag, 8. April, feiert die Gemeinde den 100. Geburtstag der von Johannes Grotjan erbauten Kirche an der Schäferkampsallee.
Sie ist eine Exotin mit einem besonderen Auftrag: Denn die Jerusalemgemeinde hat keinen eigenen Pfarrbezirk, also kein Gebiet, in dem Kirchenangehörige automatisch einer Gemeinde zugeordnet werden. Die Kirche ist ein Ort christlich-jüdischer Begegnung. Ihr Auftrag: „Dienst an Israel“.
Aktuell zählt die Gemeinde etwa 100 Mitglieder. Pastoren sind Dr. Hans-Chris-toph Goßmann sowie Olaf Klein. Das Profil:Es gibt Vorträge, Workshops, Studientage und Publikationen. „Wir sind froh, dass der christlich-jüdische Dialog in unserer
Gemeinde einen Ort hat“, so Goßmann.
Die Gemeinde wurde im 19. Jahrhundert von Mitgliedern der Irisch-Presbyterianischen Kirche gegründet. Im sogenannten Missionszeitalter kam Pastor James Craig von Irland nach Hamburg. Der Gründer der Jerusalem-Gemeinde bekehrte hier auswanderungswillige Juden. Doch die Rahmenbedingungen für das Gemeindeleben waren nicht leicht. Denn der Antisemitismus war bereits verbreitet. Die Möglichkeiten für die Gemeindearbeit verschlechterten sich während des Nationalsozialismus zusehends. Pastor Arnold Frank bezog deutlich Stellung gegen die NS-Bewegung. Er ermöglichte vielen verzweifelten Juden die Auswanderung. Auch ihm selbst gelang es, Deutschland zu verlassen. 1942 wurde die Kirche durch einen Bombenangriff beschädigt. Der Wiederaufbau erfolgte im Jahr 1953.
Heute schätzen Gemeindemitglieder besonders die Arbeit der Jerusalem-Akademie. Hier werden Infos über jüdisches Leben und jüdischen Glauben vermittelt sowie Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Christentum und Judentum besprochen. Erstmals wird es einen Lektürekreis geben. Teilnehmer erschließen sich dort Texte von Reinhard von Kirchbach.

Das Festprogramm am Ostersonntag
– 10 Uhr Festgottesdienst mit Heiligem Abendmahl
– 11.30 Uhr Führung durch Kirche und Gemeinderäume (Kunsthistorikerin Renate Heidner)
– 12.15 Uhr Büfett im Großen Saal (mit Speisen aus dem Spezialitätenrestaurant „Mazza“)
– 13.30 Uhr Empfang im Großen Saal
– 14 Uhr Festvortrag: Von der Mission zum Dialog. Das hundertjährige Jubiläum der Jerusalem-Gemeinde zu Hamburg (Professorin Ruth Albrecht)
– 14.45 Uhr Buchpräsentation in der Kirche
– 15 Uhr Büfett im Großen Saal: Kaffee, Tee und Kuchen
– 16 Uhr Abschluss mit Reisesegen in der Kirche
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.