Isebek: Zaun-Zoff geht weiter

Sperre am Kanal: Der Zaun gegen Obdachlose unter der Fahrradbrücke bleibt umstritten.

Sperre gegen Obdachlose: Linke fordert Abbau – Diskussion in der Bezirksversammlung

Einfach einen Zaun bauen und an bestimmten Ecken Menschen aussperren: Geht man so mit Obdachlosen um? Das fragen sich Eimsbütteler, nachdem das Bezirksamt im Frühjahr mit einem Zaun am Isebekkanal gegen Obdachlose vorgegangen ist. Unter der Fahrradbrücke an der Goebenstraße hält ein grünes Stahlgitter die vorherigen Bewohner davon ab, sich dort wieder ein kleines Lager einzurichten. Über Jahre waren sie dort geduldet, störten laut Anwohnern niemanden. Offizielle Begründung für die Zaun-Installation: Das Ufer des Isebekkanals ist nun ein Park, da ist Campieren nicht mehr erlaubt.
Manche Bürger wollen das nicht hinnehmen und protestierten (das Elbe Wochenblatt berichtete). Nun wird der Zaun auch ein Thema in der Bezirkspolitik. Die Linken-Fraktion fordert den Abbau und kritisiert das Vorgehen des Bezirksamts. Abgeordneter Peter Gutzeit: „Wieder einmal zeigt die Eimsbütteler Bezirksverwaltung mangelnde Sensibilität gegenüber allem, was nicht ihrer Norm entspricht. Ob es ihr Vorgehen gegen Blumenbeet, Tauschtisch oder nun gegen Obdachlose ist, stets gibt es eine bürokratische Begründung für ihr unverständliches Handeln gegenüber Teilen der Eimsbütteler Bevölkerung.“
Unterdessen melden sich weiterhin Bürger beim Elbe Wochenblatt und fragen nach, wo sie für den Zaun-Abriss unterschreiben können. „Der Zaun muss weg und ebenso der Bezirksamtsleiter“ ist zum Beispiel eine Meinung. „Wie schön wäre es, wenn die zwei Herren wieder unter der Brü-cke Einzug halten könnten!“, schreibt eine andere Anwohnerin.
Der Zaun-Streit wird am Donnerstag, 28. April, in der Bezirksversammlung diskutiert. Beginn ist um 18 Uhr im Bezirksamt Eimsbüttel, Grindelberg 62, Sitzungssaal im 12. Stock.
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Dominik Kentner aus Eimsbüttel | 03.05.2016 | 11:04  
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