Isebek-Zaun kommt weg – vielleicht

Kostete gut 4.600 Euro: Der Zaun gegen Obdachlose am Isebekkanal bleibt vorerst stehen, im Herbst will die Bezirkspolitik die Situation neu diskutieren.

Nach Protesten und Kritik von Bezirkspolitikern will das Bezirksamt die
Barriere gegen Obdachlose bis zum Herbst „überprüfen“

Der umstrittene Zaun gegen Obdachlose am Isebekkanal wird wahrscheinlich wieder abgebaut – oder zumindest versetzt. Nach Protesten von Bürgern und mehreren kritischen Presseberichten forderte eine Mehrheit in der Bezirkspolitik, die Barriere unterhalb der Fahrradbrücke an der Goebenstraße so bald wie möglich verschwinden zu lassen. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Warum steht der Zaun da?

Das Bezirksamt Eimsbüttel hat ihn im Frühjahr am Ufer des Kanals errichten lassen, damit Obdachlose nicht mehr auf einem Betonvorsprung unter der Brücke übernachten können. Offizielle Begründung: Der Ufersaum des Isebek gilt als Park, dort ist Campieren nicht erlaubt. Zudem wurde angeführt, dass die Männer in den Kanal fallen und ertrinken könnten. Kurz: Verbote durchsetzen und Leben schützen. Welches nun mehr Gewicht hat, war bis zuletzt unklar.

Was will die Bezirkspolitik?

Es gab mehrere Vorschläge – von Zaun abreißen bis hin zu Versetzen. Nun wird gefordert, dass das Bezirksamt bis zum Herbst überprüft, ob der Zaun nötig ist. Ist er es nicht, soll er abgebaut werden. Ist er es doch, soll er so an das Ufer versetzt werden, dass er Obdachlose davor bewahrt, in den Kanal zu kullern.

Ist das wirklich so
gefährlich am Wasser?

Unklar. Anwohner, die immer wieder mit den Obdachlosen in Kontakt waren, sahen in der Schlafstelle am Wasser keine Gefahr. Das Bezirksamt argumentiert, dass 2012 und 2013 zwei Obdachlose ertrunken seien. Daher bestehe „eine Gefahrenlage“. Fakt ist: 2012 ertrank ein Obdachloser, nachdem es am Kanalufer an der Ecke Bismarckstraße / Bundesstraße Streit unter betrunkenen Männern gegeben hatte. 2013 ist ein Hamburger ertrunken, der zum Angeln am Kanal war.

Wird das Campieren
geduldet?

Nein, das Bezirksamt besteht darauf, dass Übernachten und Lagern in Parks und Grünflächen nicht erlaubt sind. „Das Bezirksamt wird weiterhin die Rechtslage beachten und gesetzliche Verbote nach dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit durchsetzen“, heißt es. Der Zaun bleibe auf jeden Fall „bis auf weiteres“ stehen.
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8 Kommentare
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Peter Gutzeit aus Eimsbüttel | 15.06.2016 | 12:31  
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Fran Kee aus Eimsbüttel | 15.06.2016 | 14:11  
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Peter Gutzeit aus Eimsbüttel | 15.06.2016 | 23:51  
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Fran Kee aus Eimsbüttel | 16.06.2016 | 07:02  
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Fran Kee aus Eimsbüttel | 16.06.2016 | 07:04  
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Peter Gutzeit aus Eimsbüttel | 16.06.2016 | 10:29  
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Fran Kee aus Eimsbüttel | 16.06.2016 | 11:28  
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Peter Gutzeit aus Eimsbüttel | 16.06.2016 | 12:44  
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