Isebek: Kleine Chronik eines großen Konflikts

Bürgerentscheid 2010: Die Isebek-Initiative gewinnt mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit der Abstimmenden.

Stadtplanung kontra Naturschutz: Worum es ging am Isebekkanal

Wenn voraussichtlich 2018 der Isebek-Park fertig sein wird, ist das der Schlusspunkt für einen mehr als zehnjährigen Konflikt um Naturschutz in Eimsbüttel. Eine kleine Chronik.
❱❱ 2005/2006: Ein Konzept der SPD Eimsbüttel zur „Ise-Promenade“ sieht Neubauten am Kanal, Bootsstege, Cafés und Uferterrassen vor. Teile davon werden in der Bezirksversammlung beschlossen.
❱❱ 2008: Die Isebek-Initiative geht mit einem Bürgerbegehren gegen Pläne des Bezirksamts vor, das Ufer des Kanals für Cafés und Terrassen anzutasten und zu bebauen. Die Forderungen des Bürgerbegehrens, den Kanal zu schützen und einen Isebek-Park zu schaffen, werden 2009 von der Bezirksversammlung übernommen.
❱❱ 2009/2010: Die Isebek-
Initiative macht die Pläne für ein Geschäftshaus am U-Bahnhof Hoheluftbrücke zum Gegenstand eines weiteren Bürgerbegehrens. Kerninhalte: der Schutz der Natur am Kanal und keine Bebauung des Bahnhofsvorbereichs. Die Bezirkspolitik stimmt dem nicht zu, im Sommer 2010 folgt ein Bürgerentscheid (Foto). Mit Zwei-Drittel-Mehrheit gewinnt die Initiative. Das Bezirksamt genehmigt später trotz des Ergebnisses und gegen heftige Kritik ein Wohn- und Geschäftshaus am U-Bahnhof – das schürt massives Misstrauen.
❱❱ 2011/2012: Am Kanal verkommen die Gehwege immer mehr zum Pfützenmeer, das Bürger nur mit Sprüngen überwinden können (Foto). Das Bezirksamt sieht sich durch den Bürgerentscheid blockiert und tut so gut wie nichts am Kanal.
❱❱ 2013: Auf Vorschlag der Bezirkspolitik nimmt ein Runder Tisch die Arbeit auf. Als Moderator wird Jürgen Roloff bestimmt. Mit allen wichtigen Interessengruppen soll ein Konzept für einen Isebekpark entwickelt werden. Mit dabei sind Anwohner, Naturschützer, Grundeigentümer, Vereine und Politiker. Anfangs gibt es Streit um Stimmen und Mandate: Naturschützer und Isebek-Initia-tive steigen zwischenzeitig aus. Nach zähem Ringen findet der Runde Tisch zu einem Konsensprinzip und kann nach und nach Beschlüsse fassen.
❱❱ Ende 2016: Das Konzept für den Isebek-Park ist fertig. Das Bezirksamt plant die Umgestaltung bis Ende 2018. Der Runde Tisch soll einmal jährlich zusammenkommen, um zu überprüfen, ob die Beschlüsse eingehalten wurden.
Fazit: Es scheint, als hätten Bezirkspolitiker, Verwaltung und kritische Bürger nach gut zehn Jahren streiten und Kompromisse schließen gelernt.
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Fran Kee aus Eimsbüttel | 04.01.2017 | 09:51  
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