Isabel Abedi: Diebische Freude beim Schreiben

Ist ja fast wie in einem englischen Krimi: Autorin Isabel Abedi am nebligen Isebekkanal in Eimsbüttel. Der neue Band ihrer Lola-Reihe ist ihr erster Krimi.

Kinderbuchautorin Isabel Abedi über ihre Heldin Lola, Erfolg und das Leben in Eimsbüttel – das Interview im Elbe Wochenblatt

Lola und ihre Freunde erleben Abenteuer in Eimsbüttel. Autorin Isabel Abedi hat nun den neunten Band ihrer Erfolgsreihe vorgelegt – das Interview im Elbe Wochenblatt.

Sie haben Ihren ersten Krimi geschrieben – wie kamen Sie darauf?
Ich bin ein großer Alfred Hitchcock-Fan, da hat das „Fenster zum Hof“ vermutlich ein bisschen abgefärbt. Im Buch beobachtet Lola einen zwielichtigen Klempner und sein nächtliches Treiben. Und es ist am Ende alles ganz anders, als sich die Kinder das dachten. Es war sehr spannend, so zu schreiben. Bei einem Krimi führt man seine Leser ein Stück weit an der Nase herum, ich hatte eine diebische Freude dabei.

Sie haben beim Schreiben keinen festen Plan?
Doch, ich weiß in etwa, wo ich hin will. Aber oft habe ich das Gefühl: Die Geschichte ist das Pferd und ich bin die Reiterin. Ich kann ein bisschen lenken, aber das Pferd geht auch mal mit einem durch und zeigt einem dann selbst, wo es langgeht.

So wie Lola immer wieder ihre Fantasie durchgeht ...
Ja, ich spiele sehr gern damit, wie dieses Mädchen sich beim Erzählen immer wieder verzettelt, und das dann irgendwann selbst merkt.

Wie viel von ihrer Welt ist in den Lola-Büchern?

Die Geschichten sind alle frei erfunden, aber die Figuren haben immer bewusst oder unbewusst Züge von echten Menschen. Zum Beispiel war meine Mutter Buchhändlerin – wie Lolas Großmutter. Mein Mann ist Brasilianer – wie Lolas Vater im Buch.

Die Geschichte ist voller Witz und Herzlichkeit, die Figuren quälen sich aber auch mit sehr ernsten Problemen ...
Die Welt ist voll von Kindern, die nicht nur rosige Geschichten haben. Es ist mir wichtig, das mit aufzunehmen. Ich schreibe viel mit dem Bauch, was mir an Themen wichtig ist. Der traurige Enzo zum Beispiel, der seinen Vater nicht kennt und eine durchgeknallte Mutter hat, ist meine Lieblingsfigur. Mit so einem Jungen wäre ich früher gern zur Schule gegangen.

Können Sie als erfolgreiche Autorin noch entspannt durch Eimsbüttel schlendern?

Ja, ich werde schon angesprochen, aber das ist hier ganz normal. Auf Lesereisen oder Buchmessen merke ich eher, wie viele Fans meine Bücher haben. Da kommen Hunderte Leser, ich gebe stundenlang Autogramme. Ich empfinde das als ein großes Glück. Mir wurde das geschenkt.

Zur Autorin:
Isabel Abedi wurde 1967 in München geboren und wuchs in Düsseldorf auf. Schon als Kind dachte sie sich selbst Geschichten aus. 13 Jahre lang arbeitete Abedi als Werbetexterin. Dann wagte sie den Schritt, Schriftstellerin zu werden. Die Bücher aus der Lola-Reihe sind ihre bekanntesten und erfolgreichsten Werke, sie hat zudem etliche Romane für Jugendliche sowie Kinderbücher geschrieben.
Die Autorin ist mit dem Musiker Eduardo Macedo verheiratet und lebt in Eimsbüttel nahe des Isebekkanals.

❱❱ www.isabel-abedi.de

Isabel Abedi: Lola und die einzige Zeugin
ISBN: 9 783 785 556 788
Loewe Verlag, 320 Seiten
Preis: 12,95 Euro
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