Irre: Eine Bootskammer unter dem Weidenstieg

Ab in den Untergrund: Falko Thiele von der Firma Michel Bau steigt in die Bootskammer unter dem Weidenstieg. (Foto: Hamburg Wasser)
Hamburg: Weidenstieg |

Versteckt unter Tage: Der „Parkplatz“ für Wartungsboote im Isebeksiel

Paddler und Kanuten lieben den Isebekkanal. Aber auch unter der Erde schipperten Hamburger übers Wasser: Die Siele wurden früher mit Booten befahren. Am Weidenstieg hat Hamburg Wasser nun eine alte Bootskammer freigelegt. Das Elbe Wochenblatt beantwortet die wichtigsten Fragen.

Was ist das überhaupt?

Im Prinzip ist die Kammer eine Art Parkplatz für Boote. Früher wurden damit die Siele befahren, um nach Schäden zu gucken. Auch für ranghohe Politiker oder Persönlichkeiten wurden Sieltouren organisiert, um den Besuchern Hamburgs Unterwelt zu zeigen.

Wo liegt die Kammer?

Etwa in Höhe des Wendehammers am Weidenstieg, ein Stückchen vor der länglichen offenen Grube, die für den Bau eines neuen Siels ausgehoben wurde. Maße: Zehn Meter lang, fünf Meter hoch und 3,5 Meter breit. Die Kammer befindet sich etwa einen Meter unter der Fahrbahn. Auf einem gemauerten Sockel lagerte früher ein Holzboot. Es konnte per Seilwinde durch einen Schacht direkt ins Schietwasser abgelassen werden.

Was passiert mit der Kammer?
Das Gemäuer wird teilweise umgebaut, da an dieser Stelle das neue Siel und vorhandene Kanäle verbunden werden sollen, die Schmutzwasser aus Bismarckstraße und Eschenstieg ableiten.

Wie weit sind die Bauarbeiten am neuen Siel?
Derzeit gräbt sich der Bohrer unter der Schanzenstraße entlang, ist etwa auf Höhe der Susannenstraße. Bis zum Sommer soll er am Neuen Pferdemarkt ankommen. Dann wird das Gerät wieder rausgeholt und von der Grube an der Ecke Kleiner Schäferkamp / Schanzenstraße zur letzten Etappe in Richtung Weidenstieg auf die Reise geschickt.

Wie weit sind die Arbeiten am Weidenstieg?
Die große längliche Baugrube vor dem Restaurant Dilara ist fertig. Die runde Baugrube vor der Christuskirche wird in den nächsten Wochen noch ausgehoben. Hier soll der Bohrer aus der Schanze schätzungsweise 2017 ankommen.

Sielbau
Hamburg Wasser baut ein zusätzliches Siel, das Schmutz- und Regenwasser vom nördlichen Eimsbüttel zu einem Klärwerk im Hafen befördern soll. Das Rohr mit einem Durchmesser von 2,40 Metern verläuft vom Weidenstieg aus unterhalb von Weidenallee und Schanzenstraße bis hin zum Neuen Pferdemarkt und dann weiter zum Hafenrand.

In Zahlen:
Gesamtlänge des neuen
Siels: 3,65 Kilometer
Durchmesser: 2,40 Meter
Baustart: Ende 2011
Fertigstellung: 2017
Das Rohr verläuft in 14 bis 27 Metern Tiefe
Baukosten: 53 Millionen Euro
Fassungsvermögen neu: 23.300 Kubikmeter (entspricht in etwa dem Wasserverbrauch von 215.000 Hamburgern!)
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