"In Hoheluft alt werden? Mal sehen!"

Wohnt seit 1977 in Hoheluft: Pastor Michael Dülge.

Im Porträt: Michael Dülge, Pastor bei St. Markus in Hoheluft

Sein kleines Reich ist zweigeteilt – in Ost und West. Michael Dülge ist Pastor bei St. Markus Hoheluft. Im Stadtteil, der sich auf zwei Bezirke verteilt. West gehört zu Eimsbüttel, Ost zu Nord. „Hoheluft hat kein richtiges Zentrum, und es gibt einige besorgniserregende Entwicklungen.“ Die hohen Mieten, die meist nur Gutverdiener bezahlen können. Die Schwierigkeiten alter Leute, sich hier noch eine Wohnung leisten zu können. Das schwindende Miteinander in einem Quartier, das viele nur als beliebte Wohnadresse sehen.
Mit seiner Arbeit möchte Dülge dem etwas entgegenhalten. Er möchte die Kirche St. Markus als eine Art Mittelpunkt etablieren – wie zum Beispiel mit dem Bücherschrank auf dem Kirchvorplatz.
Dülge kam 1977 als Student nach Hoheluft – und ist dann irgendwie geblieben. „Für mich ist Hoheluft der lebenswerteste Stadtteil überhaupt“, sagt er. Seine kirchliche Laufbahn machte ihn dann allerdings über Jahre zum Übernachtungsgast.
Dülges Spezialgebiet ist die Ökumene, alo die Lehre von der weltweiten, solidarischen Kirche. Er gründete Ende der 70er Jahre die Werkstatt 3 in Ottensen mit, die die Entwicklungsländer in den Blick-punkt rücken wollte. Gerechtigkeit, Solidarität, Frieden unter christlichem Blickwinkel beschäftigten ihn. Im kirchlichen Zentrum Haus am Schüberg war er fünf Jahre Studienleiter, anschließend arbeitete Dülge zwei Jahre als theologischer Referent im Nordelbischen Kirchenamt in Kiel. Dann bewarb er sich auf die freie Pastorenstelle in Hoheluft. Es ist sein erstes Pastorat. Er schätzt die Aufgaben. Und die Gemeinde, die mit etwa 3.200 Mitgliedern in den vergangenen Jahren konstant groß geblieben ist.
Die Kirche selbst hat einiges vor: Das betagte Gemeindehaus wird neu gebaut, zudem entstehen bei St. Markus etwa 20 kleine Wohnungen, um Menschen aus dem Stadtteil günstige Wohnungen bieten zu können.
Ob Dülge selbst ewig hier bleibt? „Ich weiß noch nicht, ob ich als ehemaliger Pastor hier alt werde möchte.“ Vielleicht sei er dann zu vielen bekannt, um seine Ruhe zu haben.
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