In der Welt der Bücher

Abenteuer Studium - die neue Kolumne

Von Franziska Kühn.
Bücherhallen sind für mich von gestern. Schluss mit Unterhaltungsliteratur und bunten Bildbänden. Heute wandel ich im Tempel des Wissens – der Staatsbibliothek. Wie das schon klingt, so würdig und elitär!
Sie ist riesig und man kann sich leicht darin verlaufen. Im frisch renovierten Informationszentrum wirken die freundlichen Angestellten hinter ihren raffiniert ausgeleuchteten Tischlandschaften fast verloren. Dahinter aufgereiht, hinter großen Flachbildschirmen, die Studierenden. Der funkelnagelneue Großraum wirkt wie eine Mischung aus Raumschiff und Geheimlabor.
Dann, im alten Lesesaal in Holzoptik, scheinen die Geräusche vom Teppich verschluckt zu werden. Hier wird nur noch geflüstert. Ehrfurchtsvoll schreite ich die nicht enden wollenden Regale entlang. Das Wissen der Welt wartet hier auf seine Leser: 350.000 Bücher, 4 Millionen Medien lagern noch in den Magazinen. Was hier nicht steht, kann herbei geschafft werden – und sei es vom anderen Ende der Welt. Alte und junge Menschen suchen hier konzentriert nach Erkenntnis und Wahrheit.
Beeindruckt und etwas eingeschüchtert suche ich in diesen heiligen Hallen nach „meinem Buch“. Ich setzte mein Ich-gehe-hier-seit-langem-ein-und-aus-Gesicht auf. Als eine Bibliothekarin mich fragt, ob sie mir helfen könne, fühle ich mich ertappt. Ich stottere den Titel eines lächerlich klingenden Buches heraus, irgentwas von der immensen Bedeutung des Wattwurms auf diesem Planeten. Die Bibliothekarin lächelt milde und alles verstehend. Sie denkt kurz nach. Dann läuft sie zielsicher vor mir her durch das Labyrinth der Bücherwände. Endlich steigt sie auf eine Leiter, zieht mir triumphierend „mein Buch“ zwischen den Millionen anderen heraus und überreicht es mir. Cool, das will ich auch können. Morgen schaffe ich mir einen Kompass an.


Neu an der Uni: Eine aufregende Zeit, viele Eindrücke, viele neue Gesichter. Franziska Kühn aus Eimsbüttel ist 19 Jahre alt und studiert Geografie. In ihrer Kolumne im Elbe Wochenblatt steht, was sie an der Universität Hamburg erlebt.
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