In 1.000 Tagen um die Welt

Das Fahrrad als ideales Verkehrsmittel: „Schnell genug, um vorwärts zu kommen, aber auch langsam genug, um Land und Leute kennenzulernen“, sagt Anselm Pahnke (27). (Foto: cvs)

Anselm Pahnke (27) hat über 34.000 Kilometer per Drahtesel zurückgelegt

Von Christopher v. Savigny

34.567 – eine wahrhaft gigantische Zahl. Anselm Pahnke (27) kann es selbst kaum fassen. „Unglaublich, oder?“, fragt er. 34.567 Kilometer zeigt der Tachometer seines schwarzen Tourenrads an. In knapp drei Jahren ist der junge Mann um die halbe Welt geradelt. Das Elbe Wochenblatt am Wochenende hatte von seinen Erlebnissen unterwegs berichtet. Seit wenigen Wochen ist Anselm Pahnke wieder zuhause. Die anstehende Hochzeit seines Bruders hatte ihn ins heimatliche Eimsbüttel zurückgeholt. „Es war mal an der Zeit, einen Punkt zu machen“, sagt er.
Rückblick: Im Oktober 2013 besteigt Pahnke, der gerade seinen Bachelor in Geophysik abgeschlossen hat, samt Drahtesel und 70 Kilo Gepäck ein Flugzeug nach Südafrika. Zusammen mit zwei Freunden startet er von Kapstadt aus, um den schwarzen Kontinent zu erkunden. „Es sollte eine Rundreise werden“, sagt Pahnke. Am Ende wurde eine halbe Weltreise daraus.

Er half Nomaden beim Yak-Abtrieb
In 13 Monaten durchquert der Hamburger Fernradler – teils mit, teils ohne Begleitung – den gesamten afrikanischen Kontinent und erlebt dabei so manches Abenteuer: Im Kongo wird er von Jägern eingekreist, in Ägypten sitzt er eine Woche lang unschuldig im Gefängnis. Nachdem er die anspruchsvollen Wüstenetappen durch die Kalahari und die Sahara erfolgreich hinter sich gebracht hat (teils mit 22 Litern Wasser im Gepäck), weiß er: „Ich kann das schaffen!“
Von Israel aus fliegt Anselm Pahnke weiter in den Iran. Sein Weg führt ihn durch Turkmenistan, Usbekistan und Tadschikistan. Der Pamir, die zweithöchste Bergkette der Welt, begeistert ihn mit schneebedeckten Gipfeln und weiten Grasebenen. „Das war schon immer ein Kindheits-traum von mir“, sagt er. Zwischendurch freundet er sich mit Nomaden an, hilft beim Yak-Abtrieb und schläft in ihrer Jurte. Über Tibet und China, wo er nach einem Sturz sieben Tage im Krankenhaus verbringen muss, gehts weiter nach Laos, Indonesien und
Australien, wo die knapp 1.000 Tage andauernde Radreise zuende geht.
„Eigentlich“, sagt Pahnke, „wollte ich nur ein Semester wegbleiben und dann weiterstudieren.“ Inzwischen sieht die Welt ganz anders aus. Vom Geophysikstudium ist erstmal keine Rede mehr. Anselm Pahnke sucht sich neue Wege. Vielleicht auch per Rad – ausgeschlossen ist das nicht.
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