„Ich will malen, Punkt!“

Mit den Tieren ist sie durch, in Zukunft wird sie sich verstärkt der abstrakten Malerei widmen: Künstlerin Tina Oelker. (Foto: K.P. Flügel)

Künstlerin Tina Oelker hat sieben Jahre lang Hasen gemalt – immer wieder werden Bilder gestohlen

K.P. Flügel, Karolinenviertel

Christo steht für Verpackungen, Beuys für Fett, Tina Oelker für Hasen. Mit den Hopplern aus Wald und Wiesen hat sie sich bekannt gemacht. Sie malte gleich 1.000 Bilder von Hasen in allen möglichen Variationen. Nun sind wieder ein paar geklaut worden: In Berlin stahlen Unbekannte acht Bilder der Künstlerin aus dem Karolinenviertel. 2012 passierte das schon einmal in Hamburg. „Meine Bilder entwickeln einen bestimmten Jagdinstinkt“, vermutet die Künstlerin.
Die Serie der 1.000 Hasen hat sie am 1. Dezember 2007 begonnen und genau am 1. Dezember 2014 „abschließend zelebriert“. Tina Oelker hat als Kind vier Jahre in der westfälischen Soester Börde verbracht, ist mit Schützenfesten, Förstern und Bauern groß geworden. Als 20-Jährige sei ihr während eines New-York-Aufenthalts das Motiv des Hasen bewusst ins Auge gesprungen. Damals entdeckte sie mitten in der Stadt eine Feldhasen-Skulptur des britischen Bildhauers Barry Flanagan. Als in New York die Zwillingstürme nach den Flugzeugattentaten zusammenstürzten, fiel ihr das Motiv des Hasen wieder ein. „Danach war ich auf Erkenntnisjagd, habe Versucht, Dinge in einen Zusammenhang zu bringen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben“, sagt Tina Oelker. „Das ist ja das, was die Kunst fordert.“ So kam sie auf den Hasen.
2010 konnte Tina Oelker gegenüber den Landungs-
brücken am Hafentor ein zum Abriss vorgesehenes Gebäude vier Jahre lang als Ausstellungsraum nutzen. An die Hauswand schrieb sie „Hasenmanufaktur Hamburg“, den seit 2007 benutzten Oberbegriff für ihre Serie, und stellte dort ihre Gemälde aus. „Manufaktur deswegen, weil ich deutlich machen wollte, dass ich die Bilder eigenständig herstelle, was ja bei der seriellen Kunst nicht unbedingt notwendig ist.“
Mit den Tieren ist sie durch, in Zukunft werde sie sich verstärkt der abstrakten Malerei widmen. Bereits als 15-Jährige habe sie bei einem „wunderbaren Kunstlehrer Unterricht“ gehabt. „Über das Zeichnen bin ich sehr früh zur abstrakten Malerei gekommen. Wenn ich meine Malerei meinen Kunstprofessoren erklären sollte, habe ich immer nur gesagt: ‚Ich will malen. Punkt.‘“ Sie interessiere ausschließlich die Thematik: „Was ist das Wesen der Malerei, was ist das eigene Leben und was ist der Zauber dahinter?“
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