„Ich rede nicht lange, ich pack’ an“

Seit mehr als zehn Jahren schaut er am Kaiser-Friedrich-Ufer nach dem Rechten: Parkpate Gerd Mertens.

Vorgestellt: Parkpate Gerd Mertens wurde 76 Jahre alt

Er kümmert sich um seine Nachbarschaft, räumt auf,
packt an, bringt Kultur ins Viertel: Gerd Mertens ist der Aktivposten am Kaiser-Friedrich-Ufer. Am vorigen Sonnabend wurde er 76 Jahre alt – ein Porträt.
Nur reden und klagen? Weitergehen, wenn es was zu tun gibt? Das ist nicht die Sache von Gerd Mertens: „Bevor ich lange den Mund aufmache, nehm’ ich die Handschuhe und pack an – aus Verantwortungsgefühl“, sagt der Eimsbütteler. Er meint das in diesem Fall ganz handfest: Wenn Müll in den Grünanlagen am Kaiser-Fried-rich-Ufer (Kaifu) herumliegt, holt er ein paar Säcke und räumt auf. Müssten eigentlich diejenigen machen, die das Zeug da haben liegen lassen. Aber Mertens will nicht zuschauen, wie sein Quartier vermüllt.
Seit 2003 engagiert sich der 76-Jährige als Kaifu-Parkpate. Vor elf Jahren gab der rührige Anwohner den Anstoß für die Konzertreihe Musik im Park, 2005 rief er den Kaifu-Seniorentreff ins Leben, der sich freitags im Haus Hohe Weide 54 trifft.
Mertens ist gebürtiger Kölner, einen gewissen rheinischen Einschlag hört man bei ihm noch raus. Seit Anfang der 60er Jahre lebt er schon in Hamburg, seit 1983 wohnt er in einem Haus der Kaifu-Genossenschaft mit direktem Blick auf sein „Revier“, den Park am Isebekkanal.
Der gelernte Bäcker war ein paar Jahre bei der Bundeswehr, wollte dann aber nicht Berufssoldat werden. Bis zu seinem Rentenbeginn arbeitete er als Verkaufsfahrer für Backwaren in Hamburg.
Seinen Einsatz für das Grün und das Miteinander hat das Viertel einer Genesung zu verdanken: Mertens litt lange an starkem Asthma, aber 2002 hatte sich sein Gesundheitszustand enorm verbessert. „Da hatte ich wieder Kraft“, sagt der Parkpate. Was treibt ihn an? „Ich fühle mich herausgefordert, wenn ich Dinge sehe, die nicht klappen“, sagt Mertens. Da könnte er noch viel zu tun haben am Kaifu und rundherum.
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