Hommage an den Kunst-Kapitän

Der Kunst-Kapitän: Uwe Bender wird am Freitag, 3. Juni, 73 Jahre alt. An seinem Geburtstag wird eine Ausstellung in der Galerie der Schlumper eröffnet. (Foto: Gesche-M. Cordes)

Galerie der Schlumper zeigt Ausstellung mit Werken von Uwe Bender

Viele Hamburger kennen ihn in seiner Pose als Kapitän mit Seemannsmütze und goldenen Streifen am Jackett. Uwe Bender ist eine der prägenden Figuren der Künstlergruppe „Die Schlumper“. Nun zeigt die Ateliergemeinschaft behinderter Künstler eine Ausstellung zum 73. Geburtstag der „Nummer 1“, wie Bender sich selbst nennt.
Er wurde am 3. Juni 1943 in Wesermünde geboren, 1948 kam er in die Alsterdorfer Anstalten. Bender war und ist eigensinnig. In den Anstalten lehnte er jegliche Beschäftigungstherapie ab. Er sah sich als Künstler – und konnte diese Gabe in der Ateliergemeinschaft entfalten, die Rolf Laute Anfang der 1980er-Jahre im Stadthaus am Schlump in Eimsbüttel gründete. Daher kommt der Name der Gruppe, die seit mehreren Jahren im alten Schlachthof im Karolinenviertel zuhause ist (siehe Kasten). Bender lebt heute in einer Wohngruppe in Altona.

„… wie der Picasso der Gruppe“

Er ist der älteste noch aktive Schlumper. Er hat viele klassische Mal- oder Zeichentechniken nie gelernt, er ist ein Querkopf und suchte sich seine Malweise und Ausdrucksformen selbst aus. Wie typisch für viele Schlumper sind auf seinen Bildern Gegenstände oder Figuren in ungewöhnlichen Formen, Größen und Farben wiedergegeben, die eine ganz eigene Ästhetik schaffen. Der Kunstkenner Günther Gercken schreibt dazu: „Mit seiner großen Produktion, die alle Formate bewältigt, fühlt er sich nicht nur wie ein professioneller Künstler, sondern wie der Picasso der Gruppe. … Das Unvermögen, realistisch zu zeichnen, führt zu einer Freiheit der Formgebung …“

Er verkaufte seine Bilder auf Wochenmärkten

Weggefährten rühmen seinen ausgeprägten Sinn, sich zu vermarkten. Seine Arbeiten verkaufte er zum Beispiel selbst auf Wochenmärkten. Er strebte von Anfang an danach, als Künstler berühmt und anerkannt zu werden – und er genießt es, im Rampenlicht zu stehen.
Zehn Jahre war Bender bei der Rockband Station 17 dabei. „Es war sehr eindeutig, worum es Uwe ging. Auf der Bühne stehen, Applaus bekommen, gefeiert werden und nach dem Konzert sofort vor die Bühne, Autogramme geben. Ganz normal. Wollen wir doch alle“, erinnert sich Kai Boysen, Mitbegründer von Station 17.
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