Hochbahn-Baustelle: Freud und Leid

Buddeln für den Fahrstuhl: Das Loch im Fanny-Mendelssohn-Platz ist etwa zehn mal zehn Meter groß und etwa sechs Meter tief. Demnächst werden die Betonfundamente und -wände gegossen.

Fahrstuhlbau an der U-Bahn-Station Osterstraße läuft nach Plan – benachbartes Café klagt über Umsatzeinbußen

André Augustin setzt den Stemmhammer an – und los gehts. Es wird laut in der Baugrube, Betonstaub rieselt auf den feuchten grauen Boden. „Mann, ist das hart“, schimpft der 37-Jährige. Zentimeterarbeit. Weiter gehts.
Seit etwa zweieinhalb Monaten sind die Bauarbeiter an der U-Bahnstation Osterstraße zugange. Bis Sommer 2013 werden zwei Fahrstühle gebaut. „Das
erste Drittel haben wir geschafft“, bilanziert Jan Hendrik Schmidt, Projektleiter bei der Hochbahn. Ein etwa zehn mal zehn Meter großes und etwa sechs Meter tiefes Loch klafft im Fanny-Mendelssohn-Platz. 450 Kubikmeter Erde wurden ausgehoben – etwa 30 Lasterladungen. Riesige rostige Stahlträger ziehen sich kreuz und quer durch die Grube, um die Wände abzustützen. Soll ja nichts ins Rutschen kommen. Bald werden die Fundamente und Wände gegossen.
Gibt es besondere Probleme? Schmidt schüttelt den Kopf. An ein paar Stellen hätten noch Kabel gelegen, von denen keiner was wusste. Ein paar Lärmbeschwerden. Laute Arbeiten ließen sich nicht vermeiden – „aber wir halten uns an die Auflagen.“ Manche Arbeiten seien zudem nur nach Betriebsschluss der U-Bahn möglich, so Schmidt. Wenn nachts gebaut wird, hole sich die Hochbahn Sondergenehmigungen.
Martin dell’ Aguila zeigt ein Video, das er mit seinem Handy gedreht hat. Es rattert und scheppert aus dem Smartphone-Lautsprecher, während auf dem Bildschirm die leeren Tische in seinem Eiscafé direkt neben der Baustelle zu sehen sind. „Heute ist es dagegen noch leise“, sagt er zu den bohrenden Geräuschen aus der Grube. „Viele Kunden sind wieder gegangen, als es sehr laut war, wir haben mindestens 30 Prozent weniger Umsatz“, klagt der 31-Jährige. Weiteres Ärgernis: Die Baucontainer werfen Schatten auf den Platz, wo seine Tische und Stühle stehen. „Sonst sitzen die Kunden hier nachmittags in der Sonne.“
„Das ist die fünfte Baustelle auf dem Platz in zehn Jahren, ich hoffe, es ist die letzte“, so der Caféchef. Zum Glück habe er viele treue Stammkunden.

Diese Stationen bekommen 2013 auch Fahrstühle
Bis Sommer 2013 sollen die beiden Fahrstühle an der U-Bahn-Station Osterstraße fertig sein. Im Februar beginnt die Hochbahn auch an den Haltestellen Emilienstraße und Christuskirche mit dem Bau von Liften – im Spätsommer sollen diese in Betrieb gehen. Voraussichtlich in den Frühjahrsferien fährt die Linie U 2 zwischen Schlump und Lutterothstraße nicht. Während dieser zwei Wochen will die Hochbahn an den Bahnsteigen der Haltestellen bauen. Noch unklar ist, wann die Stationen Hoheluftbrücke, Sternschanze und Feldstraße (alle Linie U 3)mit Liften ausgestattet werden.
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