Hier wächst die neue Uni

Mega-Baustelle: Blick aus dem 18. Stock des Geomatikums auf das halbfertige „Haus der Erde“. Foto: cvs
 
Wie geht's weiter mit der Baustelle? Zuhörer bei einer Infoveranstaltung an der Uni Hamburg. Foto: cvs

An der Bundesstraße entsteht bis 2019 ein Neubau für die Geowissenschaften – der Überblick

Ch. v. Savigny, Eimsbüttel

Der Baufortschritt ist nicht zu übersehen: Mehrere Stockwerke hoch ragt der Neubau am Geomatikum mittlerweile in die Höhe. Ab 2019 – so der aktuelle Planungsstand – wird das künftige „Haus der Erde“ Wissenschaftlern der Fakultäten Meteorologie, Geologie, Bodenkunde, Meereskunde, Hydrobiologie und Fischereiwissenschaft eine neue Heimat bieten. Auf rund 21.000 Quadratmetern Nutzfläche entstehen zahlreiche moderne Labors und Seminarräume.
„Wir investieren sehr viel zurzeit, weil wir uns vorgenommen haben, die Bedingungen für Forschung und Wissenschaft zu verbessern“, sagte Jenspeter Rosenfeldt, Baubeauftragter der Wissenschaftsbehörde (BWFG), bei einer Infoveranstaltung letzte Woche. Bauherr ist die GMH Gebäudemanagement Hamburg, die Investitionssumme liegt bei 177 Millionen Euro. Das Richtfest ist noch für dieses Jahr geplant.
Worauf müssen sich
Anwohner einstellen?

Baulärm, weniger Grün, weniger Parkplätze: Auch künftig werden die Bewohner des Univiertels mit Einschränkungen leben müssen. Sobald als nächstes die Fernwärmeleitung für das MIN-Forum (s. Kasten) gelegt wird, beginnen die Baumfällungen in der Bundes- und in der Sedanstraße. Parallel fallen an gleicher Stelle alle Kfz-Stellplätze weg. Nach Fertigstellung des MIN-Forums sollen dann wieder genügend Parkplätze vorhanden sein. Rolf Schuster, Landschaftsplaner im Bezirksamt Eimsbüttel: „Wir wissen um den Parkdruck, den wir hier haben.“
Im Zuge des Neubaus wurde praktisch die gesamte Grünfläche rund um das Geomatikum zugebaut und versiegelt. „Mich irritiert, dass von keinerlei Neubegrünung die Rede ist“, sagte eine Studentin der Bodenkunde. Dazu Sabine de Buhr (GMH): „Machen wir uns nichts vor: Es wird nicht mehr so viele Grünflächen geben. Da müssen Sie eben in den Schanzenpark gehen.“ Immerhin: Für die gefällten Bäume gibt es später auf dem MIN-Campus Ersatz.
Einige Anwohner klagten über (teils sogar nächtlichen) Baulärm und über Vibrationen. Auch das Unipersonal ist betroffen – nimmt es aber offenbar mit Humor. „Ich dachte mir: Hey, das ist praktische Geophysik!“, sagte Physik-
Professor Heinrich Graener. Nach ein paar Tagen hätten er und seine Mitarbeiter sich daran gewöhnt.

Verkehrsberuhigung am „Campus“?

Auf der einen Seite das MIN-Forum, auf der anderen das Geomatikum und das „Haus der Erde“: Quer über die viel befahrene Bundesstraße hinweg soll im Laufe der nächsten Jahre ein gemeinsamer „Campus“ entstehen. Wichtigste Voraussetzung: Studenten und Unimitarbeiter sollen die Straße gefahrlos zu Fuß überqueren können.
Wie soll das funktionieren? Nach Auskunft von Rolf Schus-ter (Bezirksamt Eimsbüttel) durch bauliche Maßnahmen, die den Verkehr begrenzen. Auch eine „Aufpflasterung“ sei theoretisch möglich. „Es gab die Idee, die Bundesstraße in ihrer verkehrlichen Bedeutung etwas herunterzufahren“, sagte Schus-ter. Er hoffe, der Durchgangsverkehr werde in die Grindelallee und in die Schröderstiftstraße ausweichen. Ein großes Problem bei der Verkehrsberuhigung stellen die beiden Dienststellen von Polizei und Feuerwehr in der Bundesstraße dar. „Die sind natürlich schneller unterwegs. Das wird unsere größte Herausforderung“, meinte Schuster.

Uni-Neubau: Der Fahrplan
Noch bis voraussichtlich 2019 wird am „Haus der Erde“ gebaut. Anschließend ist auf der gegenüberliegenden Seite der Bundesstraße das MIN-Forum (mit eigenem Campus) an der Reihe. In das MIN-Forum ziehen Naturwissenschaftler, Mathematiker und Informatiker ein. Letztere sind bisher noch an der Vogt-Kölln-Straße in Stellilingen.
Auf 17.800 Quadratmetern Nutzfläche entstehen an der Bundesstraße Hörsäle, Seminarräume, eine Mensa und eine Zentralbibliothek. Für den MIN-Campus werden einzelne Betriebsgebäude unter die Erde verlegt, etwa die Technikzentrale des Fachbereichs Chemie und ein Wasserbauwerk. Die Sanierung des Geomatikums startet frühestens 2021.
Um Platz zu schaffen, könnte langfristig die Physik komplett nach Bahrenfeld umziehen – Teile des Fachbereichs befinden ohnehin schon dort. Uni-Kanzler Martin Hecht: „Auch bei einem Umzug wollen wir am Standort Bundesstraße festhalten.“
Für die ebenfalls geplante Sanierung der Zoologie am Martin-Luther-King-Platz existiert noch kein Zeitplan. cvs

❱❱ www.uni-baut- zukunft.hamburg.de
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.