Hier fließt das Bier in Strömen

Das schmeckt offenbar: Die Braumeister Philip Bollhorn (l.) und Thomas Kunst nehmen den ersten Schluck von „ihrem“ Ratsherrn.

In den Schanzenhöfen wird jetzt Ratsherrn gebraut

Draußen ist Baustelle: Rund um die neue Brauerei in den Schanzenhöfen an der Lagerstraße wird noch gewerkelt. Drinnen ist aber schon fast alles am Platz, und das Bier fließt in Strömen. Na ja, zumindest in den stählernen Rohren und Tanks. Seit ein paar Wochen wird hier Ratsherrn gebraut. Thomas Kunst, Philip Bollhorn und Nils Timmann haben die ersten Hektoliter der fast vom Markt verschwundenen Marke wieder in der Hansestadt hergestellt.
Stählerne Kessel, ein Gewirr an Rohren und Leitungen. Thomas Kunst schwärmt: „Mir geht das Herz auf, wenn ich diesen geschliffenen Edelstahl sehe“. Darin brodelt das, was später in kleinen Flaschen tausendfach an Kneipen und Restaurants ausgeliefert wird. Bier. Grundzutaten sind wie seit Jahrhunderten Malz, Wasser und Hopfen. Die stählernen Kübel heißen klassisch Maischepfanne, Läuterbottich, Würzepfanne und - neudeutsch - Whirlpool. Aus einem kleinen Hahn zischt das erste goldgelbe Gebräu. Minus 1,5 Grad, ganz schön kalt. Kunst und Bollmann nippen, schürzen die Lippen. Und? „Ein feinherbes, schlankes Pils, mit gewisser Vollmundigkeit und schönen Zitrusnoten“, fasst Bollmann fachmännisch zusammen. Aha.
Ratsherrn will bis Frühjahr nächsten Jahres etwa acht Sorten in Hamburg herstellen. Ein Großbetrieb ist die neue Brauerei in der Branche nicht. Sie gilt eher als mittelständisch bis klein, auch wenn die Kapazität von maximal 50.000 Hekto-
litern (fünf Millio-nen Liter) gigantisch klingt.
Seit 2010 hat die Brauerei die denkmalgeschützten ehemaligen Viehhallen umgebaut. Geplant ist noch eine Gaststätte, in der bis zu 140 Gäste ausgewählte Sorten auch anderer Brauereien probieren können. Zudem soll noch ein Veranstaltungsraum entstehen. Aus den Reihen von Anwohnern wurden im Vorfeld Bedenken laut, dass mit Ratsherrn ein weiterer Betrieb kommt, der Massen an Besuchern anlockt. Axel Ohm vom Marketing beschwichtigt: „Wir werden keine Busladungen hierher karren. Aber es wird immer Leute geben, denen wir es nicht recht machen. Das ist dann halt so.“
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