Hier dürfen sie wieder Kind sein

Der Raum für die Spielgruppe im Mehrgenerationenhaus Nachbarschatz bietet Platz für acht Kinder aus Syrien und Afganistan, die von 10 bis 15 Uhr betreut werden. Die Eltern der Kinder können derweil im „offenen Wohnzimmer“ des Mehrgenerationenhauses Kontakte knüpfen. Foto: rs
Hamburg: Mehrgenerationenhaus Nachbarschatz |

Spielgruppe für Mädchen und Jungen aus Syrien und Afghanistan

Reinhard Schwarz, Sternschanze

Ein Sponsor macht es möglich: Acht Kinder aus Syrien und Afghanistan werden seit Kurzem täglich fünf Stunden im Mehrgenerationenhaus Nachbarschatz betreut. Kinder und Eltern leben in Wohncontainern in einer Zentralen Erstaufnahme in Schnelsen. Im Container ist es eng, hier, im Haus an der Amandastraße, haben die Kinder richtig Platz. Für die acht Mädchen und Jungen gibt es einen Spielraum im Parterre des Gebäudes sowie einen Rück- zugsraum, wo sie essen oder auch mal basteln können.
„Das Ziel ist es, den Mädchen und Jungen eine schöne Zeit zu bieten, Ausflüge mit dem gespendeten Bus zu unternehmen“, schildert Dagmar Engels, Leiterin der Begegnungsstätte. Das Besondere: Die Eltern sind immer dabei, sie müssen nicht in der Unterkunft in Schnelsen bleiben. „Die Eltern halten sich im offenen Bereich auf“, erläutert Engels. „Hier können sie Kontakte knüpfen.“
Helen Alaya (25) und Hosni Rehani (36) stammen aus Douma, einem Ort bei Damaskus. Das Ehepaar ist vor dem syrischen Bürgerkrieg geflüchtet. Ihre Flucht über die Türkei, Griechenland, Balkanstaaten und Österreich dauerte rund drei Monate. Mit dabei waren die Kinder Hossam (5) und Loay (7). Hossam besucht die Kindergruppe, Loay geht bereits zur Schule in Schnelsen.
Während Hosni Rehani, er ist Friseur, einen Einführungskursus in Deutsch besucht, wartet seine Frau Helen Alaya, sie ist Krankenschwester, noch auf einen Kursus. Ihre Blicke sind ernst, aber auch erwartungsvoll. Rehani lobt das Gastland: „Es ein freundliches und humanes Volk, sehr respektvoll, das die Kultur und die Wissenschaft schätzt.“
Die Gründung der Spielgruppe geht zurück auf eine Initiative des Sponsors Reimund C. Reich (82). Dessen Organisation „Hilfe für Menschen in Not – Stiftung für mildtätige Zwecke“ greift seit Jahren dem Mehrgenerationenhaus mit beträchtlichen Summen unter die Arme.
Reimund C. Reich hilft auch zahlreichen Tafeln in Hamburg, die täglich warme Mahlzeiten an Bedürftige ausgibt. „Ich habe in den Nachkriegsjahren zwischen 1945 und 1948 als Kind sowohl Hunger als auch Kälte erlebt“, begründet der Bauunternehmer im Unruhestand sein vielfältiges Engagement.
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