Haus des Sports: Sanierung teurer – Rücktritt!

Das Haus des Sports an der Schäferkampsallee 1: Die Sanierung wird um 700.000 Euro teurer - deswegen trat ein Vizepräsident des Sportbunds zurück.

Zwist im Hamburger Sportbund: Vizepräsident Arne Klindt nahm seinen Hut

Das Haus des Sports an der Schäferkampsallee in Eimsbüttel wird seit Anfang des Jahres saniert. Das wird erheblich teurer als bisher vorgesehen. Arne Klindt, Vizepräsident des Hamburger Sportbunds (HSB), trat deshalb zurück. Was war da los?
Klindt war als Vizepräsident des HSB für die Sportinfrastruktur zuständig – in seinen Aufgabenbereich gehörte auch die Sanierung des verbandseigenen Hauses. Das Gebäude aus den 50er Jahren sollte für 5,65 Millionen Euro erneuert werden. Nun ist klar: Das Ganze kostet voraussichtlich 700.000 Euro mehr. Grund: Beim Entkernen des Gebäudes stießen die Arbeiter auf vorher nicht bekannte Extra-Einbauten und „teerbelastete Materialien“. Im Klartext: Es musste mehr Schutt entsorgt werden, darunter Altlasten. Das ist teuer.
Meinungsverschiedenheiten gab es offenbar darüber, ob Klindt das HSB-Präsidium, gewissermaßen den Verwaltungsrat, rechtzeitig informiert hatte. Nach seiner eigenen Darstellung erfuhr Klindt erstmals am 21. März von Mehrkosten. Am 10. April gab Klindt die Details an das Präsidium weiter. Das Gremium „fühlte sich zu spät informiert“, so HSB-Sprecher Thomas Michael, zumal sich seit Anfang der Bauarbeiten Mehrkosten abgezeichnet hätten.
Klindt hält dagegen: „Ich habe das Präsidium und den Hauptausschuss des HSB umfassend über den Sachstand und die aus meiner Sicht erforderliche Anpassung der Finanzierung informiert. Bei der Sanierung eines Bestandsgebäudes sind Kostenrisiken, leider auch bei sorgfältiger Planung durch die beauftragten Architekten nicht ganz auszuschließen.“
Dennoch übernahm Klindt mit seinem Rücktritt die „politische Verantwortung“ für die Mehrkosten. Freiwillig? Übte jemand Druck aus? Dazu schweigen sich beide Seiten aus.
Der HSB muss nun nach Geldquellen (siehe Kasten) und einem neuen Vizepräsidenten suchen. Ein Nachfolger von Klindt soll voraussichtlich im Juni gewählt werden.

Auf Geldsuche
700.000 Euro mehr für die Sanierung des Hauses des Sports – im Moment liegen die Schätzungen damit bei insgesamt 6,35 Millionen Euro. Woher das zusätzliche Geld kommen soll, ist unklar. Eine vor Baubeginn eingeplante Reserve ist offenbar aufgebraucht. Die Sanierung wird zu einem gehörigen Teil aus Spenden und Zuschüssen bezahlt. Allein 1,55 Millionen Euro der Kosten übernimmt die Alexander Otto-Sportstiftung.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.