Hauruck-Aktion im Hörgensweg

Campieren im Ex-Baumarkt: Im ehemaligen Praktiker-Gebäude am Hörgensweg sind Sonntagnacht Flüchtlinge untergebracht worden. (Foto: JOTO)

Ex-Baumarkt in Eidelstedt wird Notunterkunft

Flüchtlinge in Hamburg: Im Moment heißt das für die Behörden einfach nur „Irgendwo und irgendwie“ – ein Beispiel aus Eidelstedt.

Im ehemaligen Praktiker-Baumarkt am Hörgensweg sind am Sonntag Flüchtlinge einquartiert worden. Etwa 250 bis 300 Menschen sind bisher dort, laut Innenbehörde soll die leerstehende Gewerbefläche bis zu 850 Menschen Unterschlupf bieten.
Weil die Kapazitäten in den städtischen Unterkünften erschöpft sind, greift die Stadt nun auf leerstehende Gewerbeimmobilien oder Hallen zurück. In Niendorf wurde vorige Woche eine Tennishalle als Unterkunft hergerichtet. Seit Donnerstag sind etwa 180 Menschen im Hamburg-Haus in Eimsbüttel einquartiert. Am Doormannsweg waren Mitarbeiter des Bezirksamts Eimsbüttel rund um die Uhr vor Ort, ein Caterer sicherte die Verpflegung. Die Flüchtlinge im Hamburg-Haus sollten am Montag in den Ex-Baumarkt in Eidelstedt umziehen, der kaum für eine Unterbringung ausgestattet ist.
Bundeswehr, Feuerwehr und THW waren anfangs vor Ort. „Die Menschen bekamen Luftmatratzen und Decken. Es gibt zehn Dixie-Toiletten draußen, drei Handwaschbecken drinnen“, berichtet Zaklin Nastic, Bezirkspolitikerin der Linken. Ansonsten sei dort zu Beginn nichts vorbereitet gewesen, kein Verantwortlicher vor Ort. Ehrenamtliche versorgten die Flüchtlinge mit Essen und Getränken. „Es ist unverantwortlich, die Menschen nach Eidelstedt zu bringen und sie dann sich selbst zu überlassen“, so Nastic.
Frank Reschreiter, Sprecher der zuständigen Innenbehörde, räumt ein, dass die Unterkunft „notdürftig und nicht optimal“ ist. Aber es müsse im Moment schnell gehen, da bis zu 600 Flüchtlinge täglich in Hamburg ankommen – deutlich mehr als noch vor ein paar Wochen. „Die Standards, die wir uns alle wünschen, können dann nicht erfüllt werden.“ Es gehe schlicht darum, Obdachlosigkeit zu verhindern.
Im Laufe des Montags halfen auch Mitarbeiter des Bezirksamts Eimsbüttel in Eidelstedt mit, ab Dienstag soll der städtische Betrieb Fördern und Wohnen die Unterkunft betreuen.
 auf anderen WebseitenSenden
1 Kommentar
6
Dorothea Sehlz aus Lokstedt | 06.10.2015 | 14:42  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.