Hamburgs erste Deutsch-Chinesische Kita

Sprache auf spielerische Art vermitteln: Die Leiterin der Elementargruppe Tanja Marelja singt mit Iyirui (5) und Steffi (4) in der neueröffneten Deutsch-Chinesischen Kita deutsche Lieder. (Foto: fh)

In Eimsbüttel eröffnete ein Deutsch-Chinesischer Kindergarten

Frauke Heiderhoff, Eimsbüttel – Tanja Marelja spielt Gitarre. „Grün, grün sind alle meine Autos“ singt sie. Iyirui (5) und Steffi (4) singen mit. Jetzt ist die deutsche Stunde. Nachher kommt Erzieherin Jumin Wang, dann verständigen sich die Kinder in chinesischer Sprache. Zwei Sprachen, zwei Kulturen, eine Einrichtung: Im Doormannsweg in Eimsbüttel hat Hamburgs erster Deutsch-Chinesischer Kindergarten eröffnet.
Stephanie hat deutsch-mexikanische, Iyirui chinesische Eltern. „Ich finde es wichtig, dass mein Kind verschiedene Kulturen und Sprachen erfährt“, sagt Stephanies Mutter mexikanische Mutter Alejandra de la O Tello Langenhorn. Deshalb hat Steffi schon eine Spanisch-Chinesische Kita in Mexiko besucht.
Lihua Zhang ist gerade erst von China nach Deutschland gezogen. Sie hat ihren Sohn Saigi (1) angemeldet, damit ihr Kind „mit der chinesischen Kultur verwurzelt bleibt“. Ihr Mann Zhang arbeitet bei Desy, die Familie wohnt noch in Schenefeld, zieht aber bald näher in die Kita-Gegend. „Es wäre schlimm, wenn wir zurückgehen und Saigi kein Wort Chinesisch mehr sprechen kann.“
Geschäftsführer Stefan Hensel hat ein Fall besonders bewegt: Ein deutsch-chinesisches Paar hat seinen Enkel in der Kita angemeldet, „damit sich das Enkelkind mit dem Großvater chinesisch unterhalten kann". Denn da der 70-Jährige damals immer arbeiten musste, konnte er seiner Tochter und Mutter seines Enkels kein Chinesisch beibringen. Doch mit dem Enkel soll er sich nach den Lerneinheiten in der Kita endlich auf Chinesisch unterhalten können.
Deutsch-Chinesische Kindergärten gibt es außer in Hamburg nur in Berlin, München und Bremen. „Wir möchten, dass Eltern Bikulturalität wertschätzen und wollen ein Ort sein, wo sich Menschen begegnen“, so Hensel.
Die Nachfrage nach dem neuen Angebot ist groß. Bereits jetzt hat Hensel 35 Anmeldungen, 55 Kinder können aufgenommen werden.

Das Konzept

Insgesamt elf chinesische und deutsche Erzieher betreuen die bis zu 55 Kinder. Es gibt ein immer wechselndes Programm mit Angeboten in jeweils einer der beiden Sprachen. Die Lerninhalte werden spielerisch vermittelt. Die Kinder sind auf vier Gruppen verteilt. Kontakt: Deutsch-Chinesischer Kindergarten, Doormannsweg 41, 18 07 10 11, www.chinesischer-kindergarten.de
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