Hagenbecks Eismeer: Schneekanonen für Pinguine

Eselspinguine können von einer großen Plattform aus 1,5 Meter tief ins Wasser springen und in der 35 Meter langen Bahn richtig Tempo machen. (Foto: Lutz Schnier)

Neue Attraktion: Die Tiere sind schon eingezogen, der Termin für die Eröffnung steht noch nicht fest

Von Frauke Heiderhoff, Stellingen – Noch steht der genaue Termin für die Eröffnung des Eismeers im Tierpark Hagenbeck nicht fest. Voraussichtlich im April soll es so weit sein, kleine technische Probleme gilt es noch zu lösen. Doch fast alle Bewohner haben schon ihren spektakulären Wohnort bezogen, darunter Kegelrobben, Walross, Pinguine und Pracht-Eiderenten. Weitere Pinguine und Seevögel sollen in den nächsten Wochen dazukommen. Mit einer Tiefe von knapp acht Metern entstand eines der tiefsten Tauchbecken weltweit.
Durch große Panoramascheiben bekommen die Besucher Einblicke in die arktische Tierwelt. „Der Bau der Anlage ist eine gelungene Kombination zwischen einem modernen Nachhaltigkeitskonzept und den historischen Vorlagen unseres Gründervaters Carl Hagenbeck“, so Tierparkchef Stephan Hering-Hagenbeck.
Insgesamt gibt es drei verschiedene Arten Pinguine zu sehen: Esels-, Königs- und Humboldtpinguine. Die Vielfalt der Tiere ist im neuen Eismeer laut Hagenbeck deutlich größer als in anderen Zoos. Die frostigen Gesellen sollen es besonders angenehm haben: Esels- und Königspinguine erhalten eigene Schneekanonen, eine Anlage mit Rutsche sowie einen Pinguinpfad.
Vogelfreunde dürfen sich auf eine 4.900 Kubikmeter große Freiflug-Voliere freuen. Hier tummeln sich äußerst seltene Papageientaucher, Trottellummen und Dampfschiffenten.
Insgesamt gibt es in der Anlage 5,5 Millionen Liter Wasser, in manchen Bereichen ist es bis zu minus fünf Grad kalt. Möglichst effizient genutzt wird Sonnenenergie: Auf den Dächern des Wirtschaftshofs am Gazellenkamp ist eine der größten Photovoltaik-Anlagen Hamburgs entstanden. Dank des Konzepts gelingt es – im Vergleich zu einer konventionellen Kühltechnik –, 215.000 Kilowattstunden Strom und 130 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr einzusparen. Energie- und ressourcensparend arbeiten auch die Lüftungssysteme des gesamten Komplexes. Denn sie kommen ohne mechanische Unterstützung aus. Eine ausgefeilte architektonische Konzeption sorgt für ausreichend Frischluft.

Kosten: 20 Millionen Euro
Der Bau der etwa 8.000 Quadratmeter großen Polarlandschaft in einer 14.000 Quadratmeter großen Felsenanlage wird mit 20 Millionen Euro veranschlagt. Die Freie und Hansestadt Hamburg beteiligt sich mit 7,5 Millionen Euro aus dem Bundesförderprogramm. Hagenbeck selbst muss 12,5 Millionen Euro aufbringen. Dank privater Spenden sowie Erbschaften zugunsten des Tierparks ist die Stiftung Hagenbeck in der Lage, die Baukosten zu finanzieren.
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