Gute Fahrt auf der Osterstraße?

Für Radfahrer gibt es nun extra Spuren auf der Osterstraße. Anna und Emma sind skeptisch: „Als Radfahrer lebt man trotzdem immer in der Angst, ein Autofahrer könnte einen übersehen.“ Foto: Calvi
 
Carla (25):

Umfrage: Was Eimsbütteler von dem Umbau halten

Jenifer Calvi, Eimsbüttel

Mehr als 7,5 Millionen Euro hat der Umbau gekostet, über 100 Parkplätze sind verschwunden, dafür wurden jede Menge Blumen-Inseln gepflanzt: Die Osterstraße macht sich. Da ist man sich in Eimsbüttel im Großen und Ganzen einig. Hundertprozentig toll kann nie etwas sein.
Ein Beispiel: Während die einen die breiten Gehwege und die neuen Bänke loben, bemängeln die anderen Geschäftseinbußen durch Bauarbeiten. Die untere Hälfte der Osterstraße ist so gut wie fertig – die obere Hälfte ächzt aber noch unter Baggerlärm, Absperrungen, aufgerissenem Straßenbelag und Co.
„Und was ist eigentlich mit den öffentlichen Toiletten, die man uns versprochen hat?“, fragt ein Anwohner neben dem Blumengeschäft in Höhe der Osterstraße 133. „Wildpinkler sind ein echtes Problem – dagegen tut niemand etwas, und das baden wir Anwohner natürlich ungern aus.“
Das Wochenblatt fragte Passanten, Anwohner und Geschäftsleute: „Wie kommt die neue Osterstraße denn bei Ihnen an?“

Knut (43), Sozialpädagoge:
„Ganz ehrlich? Ich hätte die neuen Pflanzeninseln in der Mitte nicht gebraucht. Ich war schon früher immer froh, wenn ich einen Parkplatz ergattert habe. Das ist jetzt ein Ding der Unmöglichkeit geworden. Mal schnell was einkaufen? Das geht nicht mehr. Zumal hier echt richtig fix Strafzettel verteilt werden. Neulich wollte ich einen Freund, der hier wohnt, beim Umzug helfen, da wusste man ja gar nicht mehr, wo man sich noch mit dem Wagen hinstellen soll.“ Fotos: jc

Anna (39), Personal Trainerin, mit Emma (7):
„Die neuen Radwege sind tendenziell nicht schlecht, aber als Radfahrer lebt man trotzdem immer in Angst, ein Autofahrer könnte einen übersehen. Mir geht es zumindest so. Ich lasse meine Nichte nicht auf der Osterstraße fahren und bekomme selbst jedes Mal Herzrasen, wenn einer der Linienbusse an mir vorbeirauscht oder ein Fahrer mich - bewusst oder unbewusst schneidet. Man ist hier schon sehr darauf angewiesen, dass die Autofahrer wissen, was sie tun.“


Carla (25), Angestellte:

„Ich finde, die Osterstraße
hat sich wirklich toll gemacht. Es bringt Spaß, an den Geschäften vorbei zu schlendern oder in der Mittagspause auf einer der neuen Bänke in der Sonne zu sitzen und die Leute zu beobachten. Allerdings würde ich aus einem anderen Stadtteil – beispielsweise aus Altona – nicht extra nach Eimsbüttel kommen, nur um hier shoppen zu gehen. Und im oberen Teil der Osterstraße ist es längst nicht so attraktiv wie weiter unten, das fällt schon auf.“

Mahin (49), Teamleiterin von Budnikowsky:
„Wir haben anfangs auf jeden Fall unter der Baustelle direkt vor unserer Filiale gelitten! Die Kunden – vor allem die Mütter mit ihren kleinen Kindern – fanden den Lärm, gepaart mit Staub und Schutt natürlich nicht schön! Viele Kunden sind während der Bauarbeiten weggeblieben. Gut ist, dass wir unseren filialeigenen Parkplatz haben – denn ein Teil der Parkplätze ist verschwunden. Aber jetzt ist alles wieder gut und die Osterstraße ist auf jeden Fall schöner geworden.“

Nils, Angestellter, mit Justus (3):
„Die Osterstraße ist in meinen Augen attraktiver geworden, auch wenn die Bauarbeiten natürlich jeden genervt haben und außerdem auch viel länger dauerten als angekündigt. Alles ist breiter, offener und ansprechender geworden, finde ich. Und nach wie vor hat man als Anwohner alles, was man braucht. Die Frage ist, ob im Zuge des Umbaus andere Kosten steigen, also zum Beispiel etwa die Mieten hier im Viertel teurer werden.“

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Stichwort: Osterstraße
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