Günstige Traumwohnungen in Eimsbüttel – sie haben Glück gehabt!

Nachbarschaft, wie es sie fast nicht mehr gibt: Die Bewohner des Gemeinschaftshauses in der Lutterothstraße 39 feiern zehnjähriges Bestehen. (Foto: fh)

Gemeinschaftshaus in der Lutterothstraße 39 feiert zehnten Geburtstag

Frauke Heiderhoff, Eimsbüttel – Frühstücken auf der Terrasse, gesellige Abende und gegenseitige Hilfe beim Einkaufen: In der Lutterothstraße 39 feiert eines der größten Gemeinschaftshäuser Hamburgs sein zehnjähriges Bestehen. 22 Familien zogen 2002 in ihr Traumhaus in Eimsbüttel. Sie haben Glück gehabt. Die Neu-Eigentümer konnten noch vor zehn Jahren geförderte Wohnungen günstig kaufen. So eine Chance gibt es heute fast nicht mehr. Und die Immobilienpreise steigen und steigen.
50 Menschen leben in den 53 bis 132 Quadratmeter großen Wohnungen. „Es ist ein absoluter Traum, hier zu wohnen“, bilanziert Informatiker Jörg Penning (52). Der dörfliche Charakter und Gemeinschaftssinn ist den Eigentümern wichtig. Kleine Auseinandersetzungen – wenn mal die Kinder zu laut sind – gibt es auch in dem begehrten Wohnobjekt im Herzen von Eimsbüttel. „Insgesamt haben wir aber sehr viel Glück gehabt und mit den Nachbarn das große Los gezogen“, freut sich die Architektin des Komplexes und Mitbewohnerin Iris Neitmann.
Marcella (17) hat in dem Haus eine tolle Kindheit erlebt. „Im Garten haben wir Kinder gespielt, im Innenhof vor dem Haus haben die Kleinen Fahrradfahren gelernt“, erinnert sich die 17-Jährige.
„Wenn die Leute hören, zu welchen Konditionen wir damals gebaut haben, laufen ihnen immer noch die Tränen runter“, sagt Jörg Penning schmunzelnd. Über Immobilienpreise möchte keiner der Beteiligten sprechen. Nur so viel: Würde ein Eigentümer seine Wohnung heute verkaufen, bekäme er mehr als das Doppelte des ursprünglichen Kaufpreises.
Mit Sorge bemerken die Bewohner den Verdrängungsdruck im Viertel. Viele der
Restaurants seien im Vergleich zu früher teurer geworden. „Die Mieten steigen in einem der begehrtesten Stadtteile Hamburgs rasant“, sagt Neitmann. Viele Investoren aus dem Ausland suchten in der gesamten Stadt nach Bauland. In Eimsbüttel gibt es kaum noch freie Flächen. Es scheint undenkbar, dass noch einmal eine günstige Oase wie die Lutterothstraße 39 entstehen könnte.

Hintergrund:
Gefördert wurde das Wohnprojekt durch den Hamburger Verein Wohngemeinschaft Jung und Alt (WGJA). Der Verein ist seit über 20 Jahren Treffpunkt für Menschen, die selbstständig in einer Gemeinschaft leben wollen und die Gleichgesinnte suchen, mit denen sie Haus und Garten teilen können. Im Haus leben Alleinerziehende, Paare und Familien. Die Architektin Iris Neitmann hat verschiedene Projekte für den Verein umgesetzt, unter anderem in Ottensen, Flottbek und Altona.
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