Grünzug Isebek - Fehlplanung vorbeugen

Um einer Fehlplanung beim Radverkehrskonzept vorzubeugen, habe ich es für notwenig erachtet, eine Stellungnahme in die Diskussion einzubringen, für die ich mir breite Unterstützung wünschen würde. Lesen Sie und geben Ihr Votum ab. Es wäre hilfreich!

Herrn Jürgen Roloff
Bezirksamt Eimsbüttel
Dezernat Wirtschaft, Bauen und Umwelt
Moderator des „Runden Tisches“ Grünzug Isebek
Grindelberg 62-66
20144 Hamburg

Pflege- und Entwicklungskonzept für den Isebek-Grünzug

Sehr geehrter Herr Roloff,
die Entwicklung des Isebek-Grünzuges tritt jetzt in die Planungsphase ein. Einer der Planungsansätze ist dabei die Beantwortung der Frage, wie das infrastrukturelle Angebot für den Radverkehr weiterentwickelt werden soll. Die Aufgabenstellung an die Planungsbüros beinhaltet dabei dezidiert zu prüfen, ob in den parallel verlaufenden Straßen Hohe Weide/Kaiser-Friedrich-Ufer Fahrradstraßen eingerichtet werden können. Die Isebekinitiative geht sogar noch einen Schritt weiter und fordert die Einrichtung dieser Fahrradstraßen (siehe dazu Punkt 8 der Stellungnahmen zu Bestandserhebung für ein Pflege- und Entwicklungskonzept zum Isebek-Grünzug). Dem Unterzeichner ist es deshalb wichtig, folgende Argumente vorzutragen, die für die weitere Beurteilung dieses Planungsansatzes herangezogen werden sollten.
Das Wohnquartier entlang des Isebek-Grünzuges ist einem hohen Parkdruck ausgesetzt, nicht zuletzt deshalb, weil es praktisch keine Tiefgaragen gibt. Wie stark die Parkraumnachfrage ist, ist daran festzumachen, dass immer öfter auch an eigentlich nicht zulässigen Stellen geparkt wird. Knöllchen sind deshalb an der Tagesordnung. Die Lage spitzt sich zu an den Vorabenden der Markttage in der Isestraße (dienstags und freitags), weil dann der Parkverkehr in das Isebekquartier drückt. Es wäre deshalb fatal, wenn im Zuge der Einrichtung von Fahrradstraßen das Flächenangebot für den „Ruhenden Verkehr“ neu geordnet würde und dadurch Stellplätze verloren gingen.
Des Weiteren ist zu bedenken, dass bei der heutigen Radwegeführung der Radverkehr an den Kreuzungspunkten Bogenstraße/Kaiser-Friedrich-Ufer und Bundesstraße mit Ampelanlagen gesichert wird. Bei einer Verlegung des Radverkehrs in die Hohe Weide/Kaiser-Friedrich-Ufer oder auch nur bei einer Splittung von langsamem und schnellem Radverkehr (hierzu müsste sich die Isebekinitiative allerdings noch erklären, was damit gemeint ist) würde genau dieser Schutz entfallen, weil es genau diesen z.B. am Kreuzungspunkt Hohe Weide/Bogenstraße nicht gibt.
Und ein weiterer nicht unerheblicher Aspekt darf nicht unerwähnt bleiben. Der Radweg entlang des Isebekkanals ist Teil der Veloroute zwischen Eimsbüttel und dem Uni-Viertel. Diese Veloroute wurde für viel Geld eingerichtet. Um dem Anspruch einer leistungsfähigen Route gerecht zu werden, wurde der Radweg für den Zweirichtungsverkehr erneuert und ausgebaut und erhielt sogar auf der Höhe des Denkmals der Bücherverbrennung eine eigene Brücke (Goebenbrücke) parallel zu der dortigen Fußgängerbrücke. Es ist nicht erkennbar, dass der heutige Radweg eine Ertüchtigung benötigt, ganz anders der Fußweg, auf den sich die Planungsarbeiten konzentrieren sollten. Würde hingegen der Radverkehr auf noch einzurichtende Fahrradstraßen umgelenkt und der heutige Radweg möglicherweise sogar renaturiert (siehe Radverkehrsplanung am Harvestehuder Weg), wäre dies Steuergeld- verschwendung, die nicht hingenommen werden könnte.
Ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie die Anregungen aufgreifen, an die Gutachter weiterleiten und ganz grundsätzlich in das Planungsverfahren einbringen würden.

Mit freundlichen Grüßen
Günter Dorigoni
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