Graffiti: Träume aus Sprühdosen

Schülerin Josy (18) beginnt unter Anleitung des Künstlers Darco (hinten) ein Graffiti-Motiv der so genannten „Traumwelt“ zu sprayen. Foto: frh
Von Frauke Heiderhoff, Eimsbüttel - Der Hafen, die Docks und ein Mädchen, das eine riesige Seifenblase pustet: Mit einem Graffiti-Kunstwerk haben sich 24 Schüler der Stadtteilschule Ida Ehre unter dem Motto „Traumwelt Hamburg“ verewigt. Auf der einen Seite die U-Bahnlinie, auf der anderen Seite der markante „Klinker“ an der Schlankreye: Bunt und verträumt wirkt nun der kleine Flachbau dazwischen. Dort gestalteten die 17- und 18-Jährigen Kunstprofil-Schüler eine 65 Quadratmeter große Fläche. „Dass ich an diesem Projekt teilnehmen durfte, ist etwas ganz Besonderes“, freute sich Janina (17). Martina und Nora (beide 17) genossen es, erneut mit dem französischen Künstler Darco arbeiten zu dürfen.
Doch nicht nur am Klinker, sondern auch an der Stadtteilschule Stellingen wurden Oberstufenschüler kreativ. Ebenfalls an etwa fünf Tagen entstand an der Turnhallenwand ein Fries mit dem neuem, „frei interpretierten“ Logo und Schriftzug. Die etwa 20 Mädchen und Jungen vervollständigten hier ihr Werk aus dem Vorjahr. Motive wie Theatermaske, Jolle, Friedenstaube, Supermann und Doktorhut verweisen auf einzelne Schulprofile sowie Zukunftsvisionen. Darüber hinaus enthält das Werk mit dem Affen-Motiv „Nicht sehen, nicht hören und nicht sprechen“ politische Anspielungen.
„Es geht darum, sich einzumischen und Farbe zu bekennen“, erläutert Kunstlehrerin Cläre Bordes. Den Lehrerinnen Bordes und Julia Muhs gelang es, Siemers-und Hertie-Stiftung als Sponsoren zu gewinnen. Die Graffiti-Projekte „Schullogo“ und „Traumwelt“ entstanden – wie bereits in den Jahren zuvor – unter dem Einfluss des in Paris lebenden Darco. Intensive Gespräche mit dem Künstler, das Sammeln von Ideen sowie eine Einführung in die Arbeitsweise gingen den Projekten voraus. „Die Schüler waren außerordentlich engagiert“, bilanzierte Kunstlehrerin Muhs. Gemeinsam mit ihrer Kollegin hofft sie, noch weitere Graffiti-Projekte realisieren zu können.
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