Geschichten aus Afrika

Sind gut in Form: Bathembu Myira, Mariana Souza, Jessica Nupen, Guilherme Duarte und Adamo Dias (v.l.) bei den Proben im Schanzenviertel. Ende Juni zeigt die junge Tanzgruppe Afridyssey ein Stück über Afrikaner in Hamburg.

Junge Tanzgruppe aus Eimsbüttel führt Stück über Afrikaner in Hamburg auf

Trommelrhythmen schallen aus den Boxen, fünf Tänzer legen los. Kreise, Sprünge, Stopp. Noch einmal von vorn. Es sieht so leicht und spielerisch aus und ist doch unglaublich anstrengend. Schweißperlen spiegeln sich auf Armen und Oberkörpern. Probe für Afridyssey, ein Tanzstück über Afrikaner in Hamburg. Jessica Nupen hat die junge Gruppe professioneller Tänzer zusammenge-bracht. Ende Juni ist Premiere.
Sie leben und arbeiten in Eimsbüttel, im Schanzenviertel, in Altona und St. Pauli. Ihre Wurzeln liegen in Südafrika, Brasilien, Ghana oder Jamaica. Nupen will mit ihren Tänzern Einblicke in die vielfältigen Lebenswelten von Afrikanern in Hamburg geben. Sie stammt aus Südafrika, lebt seit ein paar Jahren in Eimsbüttel. Das Stück erzählt von Flucht und Krieg, von Traditionen, Heimweh und den Schwierigkeiten der Gäste in einem völlig anderen Land. Es zeigt, wie sich Afrikaner ihre neue Gemeinschaft in Deutschland aufbauen, wie sie ihre Kultur und Traditionen leben und verändern.
Authentisch nennen sich viele Produktionen, bei Afridyssey ist das sicherlich mehr als ein Schlagwort. Nupen selbst kann viel erzählen von ihrem schwierigen Start in Europa. Mit 17 kam sie aus Südafrika nach London, um dort zu tanzen. Sie stammt aus gutem Hause, ist gut ausgebildet, weiß. Doch die alltäglichen Hürden bei einem Neustart in einem anderen Land bekam auch sie zu spüren. „Wenn es so schwierig ist für mich, wie ist das erst für Menschen aus dem Kongo oder Sierra Leone? Es ist eine Herausforderung, sich hier zu integrieren“, sagt sie.
Das Stück ist eine Mischung aus energiegeladenen Tanzszenen, Videos und Interviews. Nupen sprach mit Flüchtlingen über ihre Gründe, nach Hamburg zu kommen. „Die meisten flüchten vor Krieg in ihren Heimatländern. Trotz aller Schwierigkeiten können sie sich in Deutschland sicher fühlen“, fand Nupen heraus. Mit ihrem Stück möchte sie nicht anklagen, sondern die Augen öffnen. „Wenn Zuschauer sagen: Jetzt habe ich mehr erfahren von der Geschichte dieser Menschen, ist das großartig.“

Afridyssey wird von Dienstag, 25., bis Donnerstag, 27. Juni, jeweils um 20 Uhr im Sprechwerk Theater gezeigt. Karten (17, ermäßigt zehn Euro) gibt es unter www.adticket.de oder unter 0180 - 50 40 300

Jessica Nupen: Porträt
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.