Gefährlicher Engpass – doch die Polizei tut nichts

Radfahrer müssen eine günstige Gelegenheit abwarten, um loszufahren. Ampeln gibt es für sie nicht. (Foto: ap)

An der Baustelle Eidelstedter Weg/Stresemannallee wird an Autos, aber nicht an die Fußgänger gedacht

Aimée Polzin, Eimsbüttel/Lokstedt – Meterhohe Sandberge, Bagger, Dixiklos: Die Kreuzung Eidelstedter Weg / Stresemannallee, samt Radweg, steht voll. Vattenfall verlegt hier seit November Fernwärmeleitungen. An den rot-weißen Bauzäunen entlang müssen sich wie durch ein Nadelöhr Autos, Fahrradfahrer und Fußgänger hindurch schlängeln. Es gibt immer wieder gefährliche Situationen, aber die Polizei sieht keinen Grund zum Handeln.
Seit Wochen gibt es an der Baustelle Staus. Die Ampeln sind ausgeschaltet, Autos und Laster können nur stoßweise und in eine Richtung vorbeifahren. Er-satzampeln regeln den „fließenden“ Verkehr. Allerdings nur für die Autofahrer, nicht für Fahrradfahrer und Fußgänger. Entsprechende Lichtsignale fehlen.
„Das hätten die auch besser machen können“, schimpft Hans K. (Name geändert). Fußgänger, Mütter mit Kinderwagen und wochentags viele Schüler müssen sehen, wie sie an den Bauzäunen vorbei über die schlecht überschaubare Kreuzung unbeschadet herüberkommen. Gefährlich nahe kommen sie dabei den Autos und Lastwagen. Besonders für Kinder kann das schnell gefährlich werden.
Rosemarie Binz (62), pensionierte Lehrerin, konnte eines Morgens nur noch durch laute Warnrufe einen Unfall mit einer zwölfjährigen Schülerin verhindern. Sie rief die Polizei und verlangte sofort einen Verkehrspolizisten, der die Kreuzung sichern sollte. In nächster Nähe liegen mehrere Schulen und ein Kindergarten.
Doch die Polizei sieht offenbar keinen Handlungsbedarf. „Muss denn erst etwas passieren?“, fragt Binz. Die Wut einiger Betroffener richtet sich manchmal auch gegen die Bauarbeiter, die nichts an der Situation ändern können.
Auf Anfrage bei der Polizeiwache Troplowitzstraße hieß es, die Bauarbeiten würden sich voraussichtlich bis über den Winter ziehen. Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit an der Kreuzung seien nicht geplant.
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