Gefährliche Fußwege

Eine Stolperfalle: hervorstehender Kanaldeckel, gesehen in der Bismarckstraße. (Foto: cvs)

Hochstehende Gehwegplatten und Stolperfallen: Verein „Fuß e.V.“ setzt sich für Reparaturen ein

Christopher von Savigny, Eimsbüttel
Über den Wurzeln der Linde an der Sillemstraße wölben sich die Gehwegplatten zu einem kleinen Hügel. Zentimeterhoch ragen die steinernen Kanten empor – weit genug, um Passanten zum Stolpern zu bringen. „Als Fußgänger fühlt man sich nicht mehr sicher“, sagt Sonja Tesch, Hamburger Vorsitzende des Vereins Fuß e.V., der sich seit 1985 bundesweit für die Interessen der Fußgänger einsetzt. „Insbesondere bei Dunkelheit ist so ein Gehweg gefährlich – da muss etwas geschehen. Ich verstehe auch nicht, warum man soviel Geld für die Straßenbeleuchtung ausgibt, wo Autos doch selbst schon mit Licht unterwegs sind. Als Fußgänger ist man da im Nachteil.“
Ortsbegehung der Fußwege in der Sillemstraße zwischen Heußweg und Schwenckestraße. An jedem Straßenbaum das gleiche Bild: hochstehende Kanten und zerbrochene Steinplatten, teils tiefe Löcher, wo der Regen das freiliegende Erdreich weggespült hat. „Lobbyarbeit für Fußgänger ist ein mühseliges Geschäft“, sagt Sonja Tesch. Erst im vergangenen Winter hatte der Verein die Verkehrsbehörde und die Bezirksämter zum Thema „Löchrige Wege“ angeschrieben. „Von den Ämtern gab es gar keine Reaktion, die Verkehrsbehörde hat uns nur den Gesamtetat für die Straßenreparatur mitgeteilt. Für mich ist das ein Skandal“, sagt Tesch. „Wir hätten gerne gewusst, wieviel der Stadt die Gehwege tatsächlich wert sind.“

Budget für Reparaturen: 1,3 Millionen Euro

Über kaputte Bürgersteige in Eimsbüttel hatte das Wochenblatt erst kürzlich berichtet. Demnach liegen dem Bezirksamt derzeit so viele Schadensmeldungen für Gehwege und Straßen vor, dass man mit den Reparaturen nicht nachkommt. „Die Rahmenzuweisung für die Straßenunterhaltung liegt bei 1,3 Millionen Euro pro Jahr“, sagt Antje Haller, Sprecherin des Bezirksamts Eimsbüttel. Davon würden 50 bis 60 Prozent für die Gehwegreparatur aufgewendet. An Stellen, wo keine Ersatzplatten verlegt werden können (etwa im Bereich von Baumwurzeln), bessert das Amt standardmäßig mit „Glensanda“ aus, einer klebrigen Sand-Kies-Mischung, die auch bei Gartenwegen zum Einsatz kommt. Diese sei aber nicht dauerhaft gegen Witterungseinflüsse gefeit, so die Info aus dem Bezirksamt.
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