Geburtstag an Heiligabend: Christkinder erzählen

Morgens wird Geburtstag gefeiert, am Nachmittag Weihnachten: Für Larissa Meyer (18) fällt beides auf einen Tag. Foto: pr

Larissa Meyer aus Langenfelde wird 19, Edith Beinlich aus Stellingen 90 Jahre alt

C. Vitt/F. Liccione, Langenfelde/Stellingen – Es hätte nicht viel gefehlt, und sie wäre zumindest nicht an Heiligabend zur Welt gekommen. Ein paar Minuten vor Mitternacht wurde Larissa Meyer am 24. Dezember 1992 geboren. „Meine Eltern haben damals noch darauf gedrängt, ein biss-chen zu warten“, erzählt die Schülerin aus Langenfelde. Aber das Team im Krankenhaus wollte nicht mehr warten. So ist sie das „Christkind“ der Familie geworden.
Gefeiert wird beides an einem Tag im Kreis der Familie – morgens Geburtstag, nachmittags Weihnachten. Nur voriges Jahr war es anders: Da feierte Larissa mit Freunden in ihren Glückstag rein. War ja schließlich der 18. Geburtstag – ein besonderer Anlass. Geschenke gibt es immer für beides – zum Geburtstag und für Weihnachten. „Ein bisschen doof ist aber, dass das nur einmal im Jahr ist“, sagt Larissa.
Wenn sie sich ihren Geburtstag aussuchen könnte, hätte sie einen Tag im Sommer gewählt. „Dann könnte ich draußen feiern, im Garten mit Freunden“, schwärmt die 18-Jährige. Aber der Kalender sieht es anders vor: Geburtstag ist immer im Winter.


Für Kinder ist es ein Traum: Geburtstag an Heiligabend mit einer doppelten Bescherung. Für Edith Beinlich ist das Realität: Sie und ihre Familie feiern am 24. Dezember ihren 90. Geburtstag.
Als Edith Beinlich 1921 in Königshütte geboren wurde, befand sich die Welt im Umbruch: Die Folgen des Ersten Weltkriegs waren noch deutlich zu spüren, und die junge Weimarer Republik hatte erst wenige Jahre zuvor die Monarchie abgelöst. Im damaligen Oberschlesien verbrachte Edith Beinlich ihre Jugend in Beuthen, das heute Bytom heißt und ein Teil Polens ist. Später zog sie mit ihrer Familie nach Altona, wo sie ihre erste Tochter bekam – und Weihnachten mit Geburtstag erstmals im Kreise ihrer eigenen kleinen Familie feierte.
Dabei wurde von ihrer Kindheit an Heiligabend im großen Stil gefeiert, denn die ganze Familie versammelte sich für die zwei freudigen Ereignisse. „Es war immer fröhlich und es wurde sehr viel gegessen“, erzählt Edith Beinlich und erinnert sich an eine Anekdote: „Jedes Jahr verletzte sich mein Ehemann, weil er mir an meinem Geburtstag bei der Hausarbeit helfen wollte.“ Die Geschenke an ihrem Ehrentag sind seit jeher klar eingeteilt: Eine Hälfte für Weihnachten, die andere für ihren Geburtstag. „Dafür haben wir immer verschiedenes Geschenkpapier benutzt“, erzählt ihr Sohn Dieter Beinlich (65).
Als die Kinder erwachsen waren, wurde die große Geburtstagsfeier immer verschoben – schließlich hatten ihre vier Kinder selbst Familien. Doch abgesehen vom Kurzbesuch bei der Mutter und Oma ist eines am Heiligabend immer gleich geblieben: „Ich hatte immer einen schönen Geburtstag!“ Auch dieses Jahr verspricht es wieder fröhlich zu werden: Erst feiert sie mit ihrer Familie im kleinen Kreis und später noch auf der Weihnachtsfeier im Seniorenheim der Diesterweg-Stiftung.
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