Gastronom: „Diese Baustelle ruiniert mich“

Gastronom Medet Cakiroglu vor der Hamburg Wasser-Baustelle am Weidenstieg: „Mir bleiben die Gäste weg, ich habe Angst um meine Existenz“.
Hamburg: Weidenstieg |

Lärm und Dreck am Weidenstieg: Im Restaurant Dilara bleiben die Gäste weg

„Ich bin mit den Nerven und finanziell am Ende“, sagt Medet Cakiroglu, Inhaber des
Restaurants Dilara am Weidenstieg. Er lebt und arbeitet seit Monaten neben einer Baustelle. Direkt vor seinem Restaurant mit Sommergarten hebt Hamburg Wasser eine riesige Grube aus, um ein neues Siel zu bauen. „Es geht hier morgens um sieben Uhr los, im Sommer haben die bis 20 Uhr gearbeitet. Es ist so unerträglich laut, dass mir die Gäste wegbleiben.“
Seit Anfang des Jahres steht ein hoher Bauzaun an der Straße, das Restaurant ist wie versteckt dahinter. Seit Monaten bohrt eine Spezialmaschine Stützpfähle bis zu acht Meter tief in den Boden. Wenn der Motor des Geräts auf vollen Touren läuft, versteht man bei einem Gespräch fast kein Wort mehr, man muss schreien. Immer wieder klappert und scheppert es metallisch, als würde ein Riese große Schüsseln aneinanderschlagen. Cakiroglu klagt: „Ich habe Umsatzeinbußen von 50 Prozent. Ich habe Angst um meine Exis-tenz.“
Hamburg Wasser hat zwar geholfen, das triste Baustellenumfeld erträglicher zu gestalten. Der Bauzaun wurde mit einem bunten Graffito bemalt, es wurden Werbeschilder für das Res-taurant aufgestellt. „Das ist sehr nett, aber das reicht nicht“, sagt Cakiroglu. „Ich bin nicht gegen die Baustelle – das muss gemacht werden. Aber ich habe kein Verständnis dafür, dass meine Existenz ruiniert wird.“
Ole Braukmann, Sprecher von Hamburg Wasser, kann die schwierige Lage des Gastronomen verstehen. „Wenn er wegen der Baustelle in Existenznot ist, kann es in begrenztem Rahmen Entschädigungszahlungen geben“, so Braukmann.
Cakiroglu müsse seine bedrohliche wirtschaftliche Lage gegenüber Hamburg Wasser nachweisen. „Wir haben frühzeitig informiert und darauf hingewiesen, dass es zu schweren Einschränkungen kommen wird“, so Braukmann. Anwohner wie auch Gewerbetreibende hätten sich darauf einstellen können.
Ein kleiner Trost: In der Baugrube am Dilara sind mittlerweile alle Bohrpfähle im Boden. Der lauteste Abschnitt ist dort nun vorbei. Aber die Baustelle wird noch weitere zwei Jahre vor der Haustür bleiben, und nun geht es vor der Christuskirche weiter mit dem Bohren.


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Stichwort „Weidenstieg“
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4 Kommentare
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Hans Wille aus Eimsbüttel | 27.09.2014 | 12:32  
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Torsten Bartels aus Eimsbüttel | 30.09.2014 | 13:59  
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Christiane Tantau aus Eimsbüttel | 30.09.2014 | 20:58  
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Melanie Leu aus Altstadt | 06.10.2014 | 14:58  
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