Garten weg für Neubau?

Christina Rathe, Martin Müller, Elke König, Michael und Helga Thiele und Werner Bockwoldt (v.l.) bangen um die grüne Idylle in der Bellealliancestraße 60 bis 66. Nebenan wird gebaut, ein Teil des Gartens wird wohl verschwinden.

Fettstraße/Bellealliancestraße: Anwohner bangen um ihr geliebtes Grün

Noch gibt es ihr kleines grünes Paradies. Kiefern, Ahornbäume, Eiben und Zypressen stehen im Garten der Wohnanlage Bellealliancestraße 60 bis 66. Vor mehr als 20 Jahren haben Bewohner das Kleinod angelegt. Es ist ihr grünes Wohnzimmer in der Stadt – hier wird gegrillt, entspannt, mit Nachbarn geplaudert. Vögel wie Specht, Eichelhäher und Schwanzmeisen leben hier. Doch nebenan röhren die Abrissbagger. Ein altes Fabrikgebäude kommt weg, ein massiver Neubau mit Luxus-Eigentumswohnungen entsteht. Die Nachbarn befürchten, dass ihr Garten dem Bau zum Opfer fällt.
Auf dem Grundstück Fettstraße 30 lässt das Unternehmen Hochtief bauen. Hier war ehemals die Firma Hertz & Selck. Ein dreigeschossiges Haus an der Straße, eine eingeschossige Produktionshalle im Hof dahinter. Rundherum stehen Wohngebäude, es ist recht eng. Es gibt nun Pläne für einen zwei- bis fünfgeschossigen Neubau, der nah an die bestehenden Häuser rangequetscht wird.
Die Nachbarn wundern sich, wie das genehmigt werden konnte. Denn laut Bebauungsplan sind im Hof an sich nur eingeschossige Gebäude zulässig. Der Hochtief-Neubau wird aber allein in diesem Bereich dreigeschossig. „Es gibt viele Ausnahmegenehmigungen. Ich würde gern wissen, warum wir hier nicht gefragt wurden“, sagt Elke König. Nachbarin Christina Rathe hörte über Umwege von dem Bau, fragte beim Bezirksamt nach. Dort erfuhr sie, was Hochtief nebenan vorhat. Ärgerlich: „Für drei Kiefern an der Grundstücksgrenze gibt es bereits Fällgenehmigungen“, so Rathe. Aber wie weit geht das Abholzen? Was ist mit kleineren Bäumen, für die keine Fällgenehmigungen nötig sind?
Nachbar Werner Bockwoldt aus der Weidenallee: „Bisher blickten wir auf einen Gewerbebau, der etwa drei Meter hoch war. Demnächst haben wir ein Haus mit zwölf Metern Höhe vor der Nase. Wir wohnen dann ja wie im Ghetto!“
Das Bezirksamt Eimsbüttel konnte Fragen zu dem Bauvorhaben bis Redaktionsschluss nicht beantworten.
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