Ganz schön anstrengend, so ein 100. Geburtstag

Darauf einen Sekt:Walter Winkler stößt zum 100. Geburtstag mit Tochter Gisela Schwanholz (59) an. (Foto: ar)

Ständchen, Glückwünsche, Radiogrüße: Bei Walter Winkler war vorige Woche viel los

Anne Rose, Eimsbüttel - Den 100. Geburtstag zu feiern ist ganz schön anstrengend. Walter Winkler hatte am vergangenen Donnerstag einiges zu tun: Vertreter der Genossenschaft Kaifu Nordland brachten einen Blumenstrauß vorbei, Kinder der Grundschule an der Isebek sangen in der Pause ein Ständchen für das nicht mehr so junge Geburtstagskind, auch Besuch aus dem Bezirksamt hatte sich angekündigt. Dazu noch die viele Geburtstagspost, sogar ein persönlicher Glück-wunsch des Bundespräsidenten war dabei. Später folgte ein persönlicher Gruß im Radio. „Ich bin schon ganz froh, wenn ich heute Abend schlafen gehen kann“, erzählt Winkler, der sich am meisten auf den Besuch seiner Familie am Nachmittag freut. Der frühere kaufmännische Angestellte hat eine Tochter, einen Enkel und eine Urenkelin, die am vergangenen Sonnabend bereits ihren elften Geburtstag gefeiert hat.
„Man lebt viel von den Erinnerungen“, erzählt Winkler. „Erst heute habe ich ein Bild wiederentdeckt, auf dem ich als Zweijähriger mit meinen Eltern zu sehen bin.“ Winkler wohnt seit über 60 Jahren in Eimsbüttel. Aufgewachsen ist er in der Lausitz, dann zog die Familie nach Bautzen um, wo Winkler später seine Frau kennenlernte und 1941 heiratete. Nach dem Krieg war er fünf Jahre in russischer Gefangenschaft. „Der Krieg und die Jahre in Sibirien waren die schlimmste Zeit in meinem Leben“, erzählt er.
Nach seiner Rückkehr verschlug es ihn nach Hamburg, „Ich wollte immer schon in Hamburg wohnen, obwohl ich auch von einem Leben in Amerika geträumt habe. Ausgewandert ist dann aber mein Bruder.“
Eine Frage wird ihm in den letzten Tagen häufig gestellt: Was ist das Geheimnis, um 100 Jahre alt zu werden? „Maßvoll essen und sich immer viel bewegen“, erklärt Winkler dann, „Ich habe immer viel Sport gemacht, gefochten und geritten, aber es nie übertrieben. Und: Man muss einfach Schritt für Schritt alles auf sich zukommen lassen“. Heute guckt er lieber zu, wenn andere den Degen schwingen. Einmal die Woche trifft er sich außerdem mit Freunden beim Seniorentreff in der Kaifu-Cafeteria, auch dort wurde er gefeiert.
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