Fußballfest am Tresen

Es darf gefeiert werden: Fußballfans in der Griechenkneipe am Schulterblatt. (Foto: cvs)

Letzte Woche beim Griechen ... und am Donnerstag gehts zum Italiener!

Von Christopher von Savigny.
Wenn im Fußball Außenseiter gegen Favoriten antreten, ist die Spannung oft besonders groß: Vielleicht kann man der vermeintlichen Übermacht ja ein Bein stellen? Entsprechend laut und ausgelassen ging es beim Euro-Viertelfinale vergangene Woche in der Taverne „Olympisches Feuer“ am Schulterblatt zu: Deutschland gegen Griechenland, Fußballriese gegen Fußballzwerg – aber wer weiß, im Fußball ist ja bekanntlich alles möglich.
Das Lokal ist brechend voll. Inhaber Konstantin Diamantopoulos höchstpersönlich macht den Türsteher und passt auf, dass sich keiner mehr reinquetscht. „Schon seit Sonntag ist alles ausgebucht“, sagt er und tippt auf ein 1:0 für sein Heimatland. „Deutschland hat die besseren Einzelspieler, wir die bessere Mannschaft!“
Drinnen scharen sich rund 300 Fußballverrückte vor sechs Fernsehern und einer Großbildleinwand. Das Spiel läuft, die Griechen halten sich wacker, auch wenn Deutschland Chancen im Minutentakt hat. „Hellas, Hellas“, brüllt die Menge und schwenkt griechische Fahnen. Auch Despina, Chris, Eleni und Mersina, weiß-blau geschminkt und mit Griechenland-Trikots, tippen auf ein 1:0. „Wir gewinnen, weil wir für unser Land spielen“, sagt Des-pina. An der Begeisterung ändert sich auch nichts, als ärgerlicherweise Deutschland das erste Tor macht.
Ortswechsel in der Halbzeitpause: Bei „Jota & Jorgos“ in der Gustav-Falke-Straße geht es weitaus gesitteter zu – überwiegend Deutsche, die gemütlich zu Abend essen und zwischendurch einen Blick auf den Bildschirm werfen. „Wir wollten einfach die Stimmung genießen“, berichtet Christa Ilic, die mit Mann und zwei Töchtern gekommen ist. Der griechischstämmige Wirt Georgios Efthimiadis gibt sich komplett unpatriotisch: „Ich will, dass Deutschland gewinnt, damit der Umsatz stimmt“, sagt er.
Dann fällt erst der überraschende Ausgleich – am Schulterblatt muss jetzt der Teufel los sein! – bevor die Deutschen das Spiel doch noch für sich entscheiden. Verdient, aber schade für den Gegner, der leider nach Hause fahren muss. Nur so viel ist sicher: Was ihre Fans angeht, sind die Griechen jetzt schon Europameister.

Am Donnerstag, 28. Juni, gibts Vino statt Ouzo - dann gehts zum Italiener: Um 20.45 Uhr treffen die deutsche und die italienische EM-Mannschaft aufeinander.
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