Friedliches Schanzenfest, nachts Randale

Nichts für Kontaktscheue: Am Sonnabend schoben sich beim Schanzenfest die Menschenmassen durch die Straßen. (Foto: rs)

10.000 Besucher beim Stadtteilfest in der Sternschanze – zwei Verletzte bei Messerstechereien

Reinhard Schwarz, Sternschanze – Tagsüber Schanzenfest, danach Randale: In der Nacht nach der Musik- und Flohmarktveranstaltung gab es wieder Auseinandersetzungen. Gegen 23 Uhr ging es am vorigen Sonnabend los: Zum Teil vermummte Gruppen versuchten immer wieder Müll auf der Straße anzuzünden, so die Polizei. Anwohner wollten die Brandstifter daran hindern. Dabei kam es zu Rangeleien. Gegen 2.15 Uhr versuchte eine Gruppe von 30 bis 40 Menschen, die Eingangstür der Hamburger Sparkasse am Schulterblatt aufzubrechen. Die Polizei setzte Wasserwerfer gegen die Täter ein und nahm sechs von ihnen fest.
Am Vormittag begann es mit viel Sonnenschein: Rund 10.000 Menschen kamen am Sonnabend ins Schanzenviertel, Hunderte Flohmarkthändler säumten die Straßen. Viele verkauften gekühltes Bier oder boten südländische Spezialitäten an. „Cuba Libre vier Euro!“, warb ein Händler, ein anderer unterbot mit „Vodka auf Eis zu zwei Euro“. An einem Stand der „Veganen Bewegung“ gab es Fleischloses, an einem anderen „Kuchen gegen Spenden“.
Politisch stand das Fest unter dem Motto der Solidarität mit Griechenland. So informierte eine Gruppe Deutsch-Griechen über die Lage in ihrem Heimatland. „Wir wollen der Desinformation der Massenmedien entgegenwirken“, erklärte Iraklis Kamperidis von der Gruppe „Ideophono – Komitee gegen die Krise“. Die Straßen rund um die „Rote Flora“ waren von aufrührerischen Parolen gesäumt. Zitat: „Kein Friede mit den herrschenden Verhältnissen.“
Für die meisten Schanzenfest-Besucher stand offenbar weniger die Politik im Vordergrund als vielmehr das bunte Durcheinander. Hannah und Marlene (16) aus Barmbek waren zum ersten Mal auf dem Schanzenfest. „Die Leute sind total entspannt hier“, fand Hannah, „das liegt wohl auch am guten Wetter.“ Jonathan Schneider (21) aus Bendestorf (Nordheide): „Ich finde die Atmosphäre super, und dass hier jeden seinen Kram verkauft.“ Auch die Verkäufer zeigten sich zufrieden. „Wir haben Klamotten verkauft“, sagte Angelo (35) aus Eimsbüttel. „Aber im Grunde geht es darum, einen guten Tag und Spaß zu haben.“

Messerstechereien – Zeugen gesucht
Ein 28-Jähriger wurde gegen Mitternacht durch einen Messerstich verletzt, nachdem er versucht hatte, vor der Roten Flora einen Streit zu schlichten. Wenig später fanden Rettungskräfte laut Polizei einen 29-Jährigen, der vier Stichwunden im Oberkörper und im Beckenbereich hatte. Er machte keine Angaben zu der Attacke. Die Polizei sucht deshalb nach Zeugen der Taten, 428 65 67 89.
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