Frech sind sie immer noch

17 Ehemalige waren auf Einladung von Edgar Kiesel (hinten, 4. v. re.) zum Klassentreffen gekommen. Der heutige Schulleiter Mathias Heß (hinten, 6. v. li) beantwortete Fragen. (Foto: jc)

T 10 Lutterothstraße: Klassentreffen 60 Jahre nach Schulschluss mit 17 Schulkameraden

Jenifer Calvi, Eimsbüttel

Kurt, Olli, Jürgen, alle waren da: Großes Hallo im Klassenraum 205 der Schule Lutterothstraße 80 – in der früheren Mädchenschule, wie es Horst sogleich auffiel, als er auf seinem Stuhl am Schultisch Platz nahm. Macht nichts, der Eingang der Jungenschule war früher gleich nebenan, und die Wiedersehensfreude ist jetzt riesig!
Edgar Kiesel (77) hatte eingeladen und alles organisiert. 17 ehemalige Schüler der „T 10 Lutterothstraße“ feierten 60 Jahre nach Schulabschluss ein Klassentreffen, zehn von ihnen leben noch in Eimsbüttel. Mathias Heß, stellvertretender Leiter der heutigen Beruflichen Schule für Wirtschaft Hamburg, der früheren Technischen Oberschule T10, hielt – neben einem kurzen Vortrag über die Schulgeschichte – ein ausgiebiges Schwätzchen mit den früheren Eimsbütteler Jungs. Das Vorgehen – wie früher: Erst melden, dann eine Frage stellen: „Wie funktionieren eigentlich die Stadtteilschulen?“, wollte man wissen. Oder: „Stimmt es, dass der Schulsport komplett in die Sportvereine verlegt werden soll?“ Im Klassenraum wurden bei Kaffee, Nusstorte und Butterkuchen die wirklich wichtigen Fragen gestellt: Wer erinnert sich noch an die Mathelehrerin? Wer ist Opa geworden? Und wie ist eigentlich das Seniorenstift, in das einer gerade eingezogen ist?
Mittendrin Edgar „Edde“ Kiesel, der nach der Schule eine Banklehre machte. Bereitwillig stellen sich die Herren nach Edgars Anweisungen so auf, wie sie auch auf dem alten Klassenfoto von 1956 zu sehen sind. „Es ist einfach herrlich, Erinnerungen auszutauschen. Es ist nicht unser erstes Treffen, wir kommen regelmäßig alle paar Jahre zusammen und haben viel Spaß dabei“, sagt er.

Kibbel-Kabbel und Liebesbriefe

Der Geschichtenfundus ist einfach unersättlich. So erzählt Olli, dass 1956 der Rohrstock in der Schule durchaus noch gebräuchlich war. Edgar berichtet von den Liebesbriefen, die unter den Bänken für die Mädchen zurückgelassen wurden, die morgens oder nachmittags in den Räumen Unterricht hatten. Gern erinnert man sich an „Kibbel-Kabbel“-Spiele: Dabei wurde ein angespitzter Zweig durch die Luft geschleudert – heutzutage warscheinlich viel zu gefährlich für Kinderaugen und Autolack. Das schelmische Grinsen von früher – das haben sie immer noch drauf.
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