Flughafen-PR durch Hamburger Abgeordnete

 

Initiative fordert ein Ende der Wallfahrten zum Flughafen

Das Kuscheln von Politikern der GRÜNEN mit dem Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus wirft ein seltsames Licht auf die Ökopartei, auch vor dem Hintergrund der bekannten massiven Klimaschädlichkeit des Luftverkehrs. Doch auch im Kleinen findet eine fragwürdige Lobbyarbeit der Luftverkehrswirtschaft in Hamburg statt. Immer wieder laden Abgeordnete der Hamburgischen Bürgerschaft und der Bezirksparlamente zu Besuchsprogrammen zum Hamburger Flughafen ein.

Die Annahme, dass es sich hierbei um umfassende und kritische Informationsveranstaltungen der Abgeordneten handelt, geht jedoch fehl. Die Besuche laufen nach einem immer gleichem banalem Schema ab - zunächst findet eine Besichtigung statt, es folgt ein Besuch in der Modellschau sowie eine Führung über das Rollfeld und endet mit einem Imbiss. Der Informationsgehalt dieser vom Flughafen organisierten Rundgänge beschränkt sich auf ein „Ah“ und „Oh“ der Besucher und klammert eine kritische Befassung mit dem Flughafenbetrieb und seiner Emissionswirkung auf die Umwelt aus. Es handelt sich um ausschließliche Werbeveranstaltungen, finanziert und organisiert von Flughafen und der Luftverkehrswirtschaft.

„In Anbetracht der hohen Emissionswirkung durch Lärm und Abgase eines inmitten der Hamburger Siedlungsräume gelegenen Industriebetriebes und einer Belastungswirkung auf große Teile der Bevölkerung auch im Umland, erwarte ich von den öffentlichen Mandatsträgern eine kritischere Haltung und Distanz zum Flughafen. Es darf bitte nicht vergessen werden, dass der Flughafen ein privatwirtschaftlicher Betrieb mit dem Ziel der Gewinnmaximierung ist“, kritisiert Martin Mosel von der BAW Bürgerinitiative für Fluglärmschutz in Hamburg und Schleswig-Holstein die Besuchsprogramme der Abgeordneten und Mandatsträger.

Der Hamburger Luftverkehr hat in den vergangenen Jahren zu deutlich mehr Belastungen der Bevölkerung in Hamburg und dem Umland durch Fluglärm und Luftemissionen geführt. Die Beschwerdezahlen haben sich 2015 gegenüber dem Vorjahr auf fast 10.000 verdreifacht und im ersten Quartal 2016 mit fast 5.000 verfünffacht. Insbesondere die Verkehrsbewegungen in den Tagesrandzeiten zwischen 6 und 8 Uhr und am Abend zur Nacht zwischen 20 und 24 Uhr haben besorgniserregende Ausmaße angenommen. Die in der Nachtzeit ab 23 Uhr, ausserhalb der regulären Betriebszeit des Flughafens, stattfindenden Flugbewegungen haben gegenüber dem Vorjahr um mehr als 25 Prozent zugelegt.

„Diese vom Flughafen finanzierten Wallfahrten unter der Führung von Abgeordneten der Hamburger Parlamente, gleich welcher Couleur, sind ein Instrument einer planvollen Lobbyarbeit der Luftverkehrswirtschaft. Das muss beendet werden und ich erwarte mehr Selbstdisziplin von den Mandatsträgern, sich hier zurückzunehmen. Die Fetischisierung des unbestritten gesundheits- und klimaschädlichen Luftverkehrs, unter Beteiligung von Abgeordneten und anderen öffentlichen Mandatsträgern, muss beendet werden und eine kritische Auseinandersetzung begonnen werden“, fordert Mosel.

Lesen Sie mehr unter www.baw-fluglaerm.de ...
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