Flüchtlingskinder: So läuft der Unterricht

Wie Kinder in einer Unterkunft und an einer Schule lernen

Kinder aus Flüchtlingsfamilien werden entweder in einer Lerngruppe in einer Unterkunft unterrichtet oder besuchen eine „normale“ Schule. Die unterschiedlichen Modelle.

– In einer zentralen Erstaufnahme (ZEA) sind in der Regel 25 bis 30 Unterrichtsstunden vorgesehen. Lehrer umliegender Schulen kommen in die ZEA und unterrichten Deutsch, Mathe sowie teils Sport, Musik und Bildende Kunst, falls es Personalsituation und Räume zulassen. In der ZEA Vogt-Kölln-Straße zum Beispiel gibt es drei Lerngruppen mit 36 Kindern. Bisher konnte laut Schulbehörde nur etwa die Hälfte der Unterrichtsstunden stattfinden, wegen Raum- und Personalmangels.

In einer Internationalen Vorbereitungsklasse (IVK) an einer regulären Schule sind 27 Stunden (Grundschule) beziehungsweise 30 Stunden (weiterführende Schule) Unterricht vorgesehen. Auf dem Plan stehen 18 Stunden Deutsch, zudem Mathe, Sport sowie Sachunterricht und teilweise Englisch. Für Unterricht in einer IVK spricht, dass die Kinder und Jugendlichen in eigenen Lerngruppen gefördert werden, aber in Pausen oder im offenen Nachmittagsbereich bereits Kontakte mit Mitschülern knüpfen können und so im besten Fall „dazugehören“. Im Umfeld der ZEA Vogt-Kölln-Straße gibt es IVK an den Grundschulen Brehmweg, Molkenbuhrstraße und Vizelinstraße sowie am Albrecht-Thaer-Gymnasium und am Gymnasium Dörpsweg.

Die Schulbehörde weigerte sich lange, Schüler aus ZEAs an Schulen zu unterrichten. Ungefähr 1.000 Kinder und Jugendliche sollten schon längst eine Regelschule besuchen, hängen aber noch in ZEAs fest, weil ihre Familie keine Wohnung oder Folgeunterkunft findet. Nun hat Senator Ties Rabe seine Meinung geändert: „Für uns zählt vor allem, dass die Kinder und Jugendlichen schnell und gut lernen und integriert werden. Eine echte Hamburger Schule ist dafür der richtige Ort. Deshalb haben wir jetzt die Umschulungen eingeleitet. Organisatorische Probleme treten dahinter zurück“, sagte er dem Elbe Wochenblatt. Bis Februar 2017 sollen alle Flüchtlingskinder ab elf Jahren an Regelschulen gehen können.

Zahlen
Hamburgweit lernen 1.242 Kinder und Jugendliche in 109 eigenen Schulklassen in ZEA. 3.444 Schüler werden in 298 IVK-Klassen an allgemeinbildenden Schulen unterrichtet. 2.747 Jugendliche und Jungerwachsene besuchen 184 IVK an Berufsschulen.
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