Flohschanze: Schnäppchenlust und Anwohnerfrust

Da ist was los am alten Schlachthof: Bei der „Flohschanze“ am Sonnabend drängen sich Tausende Besucher zwischen den Ständen. (Foto: pr)
Hamburg: Alter Schlachthof |

Flohmarkt am alten Schlachthof gibt es seit 15 Jahren

Sören Reilo, Sternschanze

Hunderte von Ständen und Tausende Besucher bevölkern jeden Sonnabend den großen Platz am alten Schlachthof, und dann bleibt erstmal ein Riesenhaufen Müll zurück. Beim Flohmarkt in der Schanze, kurz „Floh-Schanze“, liegen Kauflust und Anwohnerfrust nah beieinander. Wie bei so Vielem im Viertel. Seit 15 Jahren gibt es den Markt nun schon – ein kleiner Rückblick.
Ursprünglich gestartet als Anwohner- und Quartiersflohmarkt, nahm der Anteil pfiffiger professioneller Händler immer mehr zu. Erste Marktstätte an der Lagerstraße: Im Schatten des Fernsehturms wurden über Jahre die Tische am DB-Güterbahhof aufgebaut. Im April 2000 stand dann der erste Markt an der ehemaligen Rinderschlachthalle am Neuen Kamp an. Dort ist er bis heute geblieben – mit einer kleinen Unterbrechung. Denn ab 2004 logierte der Trödelbasar für zwei Jahre auf dem Uni-Campus vor dem Audimax.

Ordnungsamt will gegen „wilde Händler“ vorgehen

Rückkehr 2006 in schickes Umfeld: Der Karostar, das Haus der Musiklabels und Kreativen, war fertig. Mit einer kleinen Tribüne etablierte sich der „Lattenplatz“ als perfekter Ort für den Handel mit Schätzen von Omas Speicher oder gut erhaltenen hippen Klamotten.
„Flohschanze“ hat sich laut Veranstalter Roland Resag (Marktkultur Hamburg) „mit einer guten Mischung aus privaten und professionellen Anbietern zum regelmäßigen, verlässlichen Treffpunkt der umweltbewussten Menschen entwickelt, die nicht alles nur wegschmeißen wollen und denen, die auf der Suche nach Gelegenheiten und Glücksmomenten aller Art sind“.
Kehrseite des Erfolgs: Regelmäßig bauen Händler ohne Anmeldung ihre Stände „wild“ auf, profitieren vom Trubel und lassen dann ihren Müll einfach liegen. Doch da soll besser aufgepasst werden: „Künftig hat das Ordnungsamt Mitte zugesagt, öfters und unregelmäßig diesem Unwesen zu begegnen und Platzverweise auszusprechen sowie Ordnungsbußen zu erheben“, so Resag. „ Wir hoffen damit die Belastungen durch den Restmüll für das Viertel einzudämmen.“ Er freue sich jedenfalls auf eine recht entspannte Marktsaison.
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