Fette Party drinnen und draußen

Solidarisch mit der Roten Flora: Die HipHop-Band „Fettes Brot“ spielte in dem besetzten Haus am Schulterblatt. Hunderte Fans feierten draußen und drinnen. (Foto: pr)

„Fettes Brot“-Konzert in der Roten Flora: Stinkefinger für Eigentümer

Arschkalt hier draußen, aber schweinegeil: Hunderte Zuschauer bibberten und hüpften zu den Songs der HipHop-Band „Fettes Brot“ am Sonntagabend (3. November). In der Roten Flora am Schulterblatt präsentierte das HipHop-Trio seine neue Scheibe – die Band solidarisierte sich mit dem Auftritt für den Verbleib des besetzten linken Kulturzentrums. Weil viele Fans gar nicht mehr reinpassten, gab es eine Live-Übertragung aufs Schulterblatt. Fette Party drinnen und draußen.
Um das Konzert gab es im Vorfeld Gerangel. Rote-Flora-Eigentümer Klausmartin Kretschmer wollte Geld von „Fettes Brot“ – und erteilte der Band ein Hausverbot, als diese ablehnte zu zahlen. Kretschmer wollte den Auftritt von „Fettes Brot“ von der Polizei verbieten lassen. Die winkte ab – der Streit um die Nutzung sei ein Fall für Gerichte, hieß es. Eine Schlappe für Kretschmer und seinen Berater Gert Baer, die seit Wochen versuchen, ihre Pläne auf dem Flora-Grundstück durchzusetzen.
Die Bezirksversammlung Altona hat Ende Oktober einen Bebauungsplan beschlossen, der die Fläche der Flora als Stadtteilkulturzentrum – so, wie es ist – festschreiben soll. Das Ziel: Keine Veränderungen, kein Abriss, keine Neubaupläne.
Kretschmer und Baer hatten zuvor einen sechsgeschossigen Neubau mit Konzertsaal, Büros, Kita, Veranstaltungsräumen und Läden beantragt. Das alte Flora-Gebäude soll dabei integriert werden. Angeblich stehe ein amerikanischer Investor bereit. Nun räumte Baer ein, dass der Neubau auch kleiner ausfallen könnte und signalisierte Gesprächsbereitschaft für Vorschläge.
Zugleich gehen Kretschmer und Baer juristisch gegen den Bebauungsplan vor: Der Flora-Eigentümer kündigte eine Klage an und beantragte die private Nutzung der Immobilie als Handelsfläche oder „Beherbergungsbetrieb“.
Kretschmer strebe dabei nicht an, dass die Stadt das Flora-Grundstück zurückkauft. Er wolle seine Pläne „mit seinen amerikanischen Partnern durchziehen“.
Die Rote Flora mobilisiert unterdessen für Sonnabend, 21. Dezember, für eine Demonstration für den Verbleib des linken Zentrums an Ort und Stelle.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.