Ferdinand Streb entwarf die Grindelhochhäuser mit

Architekt Ferdinand Streb hat das Gebäude am Grindelberg mit Partnern entworfen – nach ihm wird nun der Sitzungssaal im 12. Stock benannt. (Foto: pr)
Hamburg: Bezirksamt Eimsbüttel |

Wie der Hamburger Architekt das „Rathaus“ am Grindelberg prägte

Im Bezirksamt Eimsbüttel wird der Sitzungssaal nach dem Architekten des markanten Hochhauses benannt. Ferdinand Streb hat gemeinsam mit dem Büro Hopp und Jäger das Gebäude am Grindelberg 62-66 entworfen. Das Elbe Wochenblatt sprach mit seinem Sohn Martin Streb.

Herr Streb, was bedeutet Ihnen diese Auszeichnung?
Ich freue mich für meinen Vater, er hat die Anerkennung für viele seiner Bauten nicht mehr erlebt. Er starb recht früh – 1970 im Alter von 62 Jahren.

Was für ein Mensch war Ihr Vater?
Er war sehr optimistisch, von sich überzeugt, sehr lebendig und temperamentvoll. Er war ein leidenschaftlicher Architekt.

Wie ist er zur Architektur gekommen?
Mein Vater stammte aus einer Schuhmacherfamilie in der Oberpfalz in Bayern, er lernte Tischler und hat sich die Architektur nach und nach selbst angeeignet. In Hannover studierte er an der Kunstakademie Innenarchitektur. Dann arbeitete er drei Jahre bei dem renommierten Pariser Architekten Le Corbusier – diese Zeit hat ihn geprägt.

Was ist für Sie das gelungenste Gebäude Ihres Vaters?
Das Versicherungsgebäude für die Germania-Iduna an der Alten Rabenstraße halte ich für das Schönste.

Warum?
Es prägt mit seiner Klarheit und seinem Schwung eine wichtige Situation an der Alster.

Ihr Vater hat die Grindelhochhäuser mit entworfen, Sie selbst sind der Architekt der Lenzsiedlung – war Ihr Vater da Vorbild?
Ein Vorbild war er schon, aber es ist eher Zufall, dass wir beide prägende Hochhaussiedlungen gebaut haben. Leider haben wir nicht zusammen gearbeitet. Als ich mit 29 Jahren in das Büro eingestiegen bin, war mein Vater bereits sehr krank.

Ferdinand Streb und seine Bauten


Ferdinand Streb wurde 1907 in Berching (Bayern) geboren, er starb 1970 in Hamburg. Der Schüler des Architekten Le Corbusier gilt als ein wichtiger Vertreter der sogenannten Nachkriegsmoderne in Deutschland. Die meist schlichten, schnörkellosen Gebäude mit viel Glas, hellem Beton und schwungvollen Formen stehen heute für den Aufbruch in den 50er Jahren. Ferdinand Streb entwarf in Hamburg unter anderem das Haus des Sports an der Schäferkampsallee, den Alsterpavillon am Jungfernstieg, Versicherungsgebäude an der Alten Rabenstraße, das Café Seeterrassen in Planten un Blomen und das Verlagshaus Axel Springer.

Während der Bezirksversammlung am Donnerstag, 22. Mai, wird der Sitzungssaal in Ferdinand-Streb-Saal umbenannt. Achtung: Die Sitzung ist ab 18 Uhr im Hamburg-Haus, Doormannnsweg 12!
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