Falschparker behindern Einsätze der Feuerwehr

Faberstraße: Ein Autofahrer hat seinen Wagen so weit in die Straße hinein geparkt, dass die Feuerwehr nicht mehr durchkommt. Die Polizei misst nach: Drei Meter Durchfahrtsbreite braucht die Feuerwehr mindestens. (Foto: rs)

Testfahrten von Polizei und Feuerwehr in Eimsbüttel: 100 Knöllchen, 17 abgeschleppte Fahrzeuge

Reinhard Schwarz – Faberstraße in Eimsbüttel: Langsam schieben sich ein Löschfahrzeug der Feuerwehr und ein Polizeibus durch die enge Gasse. Nur ein geübter Lkw-Fahrer käme hier heil durch. Schließlich stoppt der Konvoi: Ein großer BMW versperrt den Weg. Der Fahrer hat sein Auto so geparkt, dass es zu weit in die Straße hineinragt. Polizeikommissar Sebastian Eckhardt und Rouven Urban, Angestellter im Polizeidienst, springen heraus, versuchen den Halter zu ermitteln. Schließlich kommt aus einem der Hauseingänge der Besitzer des BMW. Er muss sein Fahrzeug nur etwas hin und her rangieren, schon kann es weitergehen.
Es sieht aus wie ein Ernstfall, doch Feuerwehr und Polizei sind „nur“ auf Testfahrt. Das Ziel: Die Pkw-Besitzer unter den Anwohnern sollen für das Problem des Falschparkens sensibilisiert werden. Im Ernstfall würden wertvolle Minuten verstreichen, wenn ein Falschparker die Weiterfahrt behindert. „Schlimmstenfalls geht es um Leben und Tod“, sagt Brandamtmann Wilfried Krabbenhöft (54).
Schon an der nächsten Ecke stockt der Konvoi erneut: Ein Auto parkt mitten in einer Kreuzung. Jetzt reicht es den Beamten, der Abschleppdienst wird gerufen. „Das wird teuer“, sagt Polizeioberkommissar Clemens Hopfer (32): „Wenn das Fahrzeug zum Stellplatz in Rothenburgsort gebracht wird, kostet das 270 Euro zuzüglich Ordnungswidrigkeit.“ Für die Ordnungswidrigkeit werden noch einmal 15 bis 25 Euro fällig. Wird das Fahrzeug nur „umgesetzt“, also in Sichtweite abgestellt, zahlt der Halter rund 160 Euro.
Die Beamten hoffen auf die Einsicht der Autofahrer. Doch die halte sich in Grenzen, räumen Feuerwehr und Polizei im Gespräch ein. Urban: „In der Grundstraße haben wir ein Fahrzeug abschleppen lassen, das wir vor einigen Tagen an derselben Stelle schon mal entfernt hatten.“ Die Falschparker schimpfen, die Stadt wolle „nur abkassieren“. Polizist Urban hat sich für diese Kunden ein dickes Fell zugelegt: „Ich nehme das nicht persönlich, das ist eben mein Beruf.“
Bei der Testfahrt durch die engen Straßen Eimsbüttels verteilten die Beamten 100 „Tickets“ als Ordnungswidrigkeit. 17 Fahrzeuge wurden abgeschleppt, weil sie so parkten, dass die Feuerwehr nicht mehr durchkam.

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2 Kommentare
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Sebastian Jiske aus Heimfeld | 22.11.2012 | 11:06  
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Fabian Schwarz aus Neustadt | 06.12.2012 | 17:37  
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