Fall Yagmur – Konsequenzen für das Bezirksamt?

Musste immer wieder Rede und Antwort stehen, derzeit schweigt Bezirksamtsleiter Torsten Sevecke (SPD) zu Konsequenzen aus dem Fall Yagmur.

Eltern des zu Tode geprügelten Mädchens wurden verurteilt – welche Lehren zieht das Jugendamt Eimsbüttel?

Im Dezember 2013 wurde das dreijährige Mädchen Yagmur zu Tode geprügelt. Das Landgericht Hamburg verurteilte die Eltern Ende November zu langjährigen Haftstrafen. Um Konsequenzen für das Handeln der Jugendämter wird weiterhin gestritten. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Welche Rolle spielen die Jugendämter?
Yagmur war von Geburt an von verschiedenen Jugendämtern betreut worden, da die Eltern überfordert waren. Es gilt als erwiesen, dass das Kind über Jahre hauptsächlich von der Mutter schwer misshandelt wurde. Die Behörden griffen jedoch nicht so ein, dass das Kind dauerhaft geschützt wurde.

Was passierte in Eimsbüttel?
Das Jugendamt Eimsbüttel war zeitweise für die Familie zuständig. In dieser Zeit fiel die Grundsatzentscheidung, das Kind wieder in die Obhut der Eltern zu geben, obwohl es deutliche Hinweise auf Misshandlungen gab und noch ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft lief.

Wie kam es zu dieser Entscheidung?
Im komplizierten Zuständigkeitsgeflecht zwischen Jugendämtern und Gerichten sind offenbar Informationen nicht angekommen oder fehlerhaft gedeutet worden. Bezirksamtsleiter Torsten Sevecke (SPD) wies im Frühjahr Vorwürfe auf Versäumnisse in Eimsbüttel zurück. Im Herbst musste er allerdings einräumen, dass die Eimsbütteler Grundsatzentscheidung, das Kind zu den Eltern zurückzulassen, falsch war.

Was für Konsequenzen zieht das Amt?
Unklar. Bekannt ist, dass die Mitarbeiter im zuständigen Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) sehr viele kritische Fälle zu bearbeiten haben – etwa 50 bis 70 pro Fachkraft. Ein früherer ASD-Mitarbeiter warnte, dass die Abteilung wegen Personalmangels zeitweise nicht arbeitsfähig gewesen sei. Sevecke wies dies zurück. Derzeit äußert sich das Amt nicht zum Fall Yagmur – die Diskussion um Lehren aus dem tragischen Fall ist mittlerweile zum politischen Streitthema geworden.
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1 Kommentar
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Mathias Kunze aus Eimsbüttel | 17.12.2014 | 18:39  
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