Fahrradstation: Zukunft wieder ungewiss

Das Lächeln fällt zunehmend schwer: Projektkoordinatorin Grietje Bergmeier (Einfal) und Thorsten Rusche, Leiter der Fahrradstation, müssen weiter um die Radstation bangen.
 
Ein Mitarbeiter der Fahrradstation auf dem Campus: Derzeit ist unklar, ob der Betrieb in der bisherigen Form eine Zukunft hat. Die Uni sperrt sich gegen ein Konzept, das die Station finanziell absichern sollte.

Neues Konzept scheitert am Widerstand der Universität

Seit mehr als eineinhalb Jahren kämpfen die Betreiber der Fahrradstation auf dem Campus der Universität Hamburg darum, das Vorzeigeprojekt finanziell auf sichere Beine zu stellen. Das vom Betreiber Einfal vorgelegte Konzept für einen Cafébetrieb lehnt die Uni ab, favorisiert wird stattdessen eine Kinderbetreuung. Nun ist alles wieder offen.
Der Reihe nach: Die Radstation ist bereits seit mehr als eineinhalb Jahren in Turbulenzen. Im Frühjahr konnte der Betrieb nur mit einem Zuschuss der Bezirksversammlung Eimsbüttel gesichert werden. Das Problem: Die Station braucht eine Einnahmequelle. Das sollte ein
Cycle-Café, eine Art Bistro rund ums Rad, sein. Die Radstation bietet eine Werkstatt zum Selberschrauben, Reparatur- und Teilservice an und betreibt ein Fahrrad-Parkhaus. Doch diese Bereiche tragen sich nicht alleine. Das Konzept Cycle-Café als Rettungsanker stellte Grietje Bergmeier von Einfal bereits Anfang des Jahres vor. Schon früh legte das Studierendenwerk sein Veto gegen einen Cafébetrieb in Nachbarschaft zu den Uni-Mensen ein. Eine offizielle Absage gab es laut Bergmeier erst kürzlich – Ende Juni, per Mail vom Unipräsidium.
Offiziell heißt es, dass die Universität einen Cafébetrieb nicht für sinnvoll hält. Stattdessen soll ein Teil der Räume anders genutzt werden. „Eine Kinder-Betreuung ist für uns an dieser Stelle wichtiger“, so Uni-Sprecherin Christiane Kuhrt.
Es gibt Kritik an dieser Haltung. „Auf die Chance, Teile der Fahrradstation anders zu nutzen, scheint die an Gebäuden knappe Universität nur gewartet zu haben“, sagt Merja Spott vom Fahrradclub ADFC. Fahrräder und der Service rund ums Rad seien den Verantwortlichen offenbar so unwichtig, dass die Station einfach mal so abgewi-ckelt werde.
Ganz so leicht ist das aber nicht: Denn das Gebäude der Radstation wurde mit städtischen Geldern eigens für diesen Zweck gebaut, und könne nun nicht plötzlich für etwas anderes genutzt werden, so Bergmeier. Auch die Verkehrsbehörde hat angeblich Bedenken gegen die neuen Pläne der Uni. Diese Woche ist ein Gespräch zwischen Einfal und der Verkehrsbehörde geplant. „Noch haben wir nicht das endgültige Aus“, so Bergmeier.

Hintergrund: Die Radstation auf dem Campus


In der Fahrradstation können Studierende für relativ wenig Geld ihre Räder in Schuss halten. Es gibt einen Reparaturservice, die Radfahrer können aber auch selber an ihren Gefährten schrauben, Leiter Thorsten Rusche und seine Mitarbeiter geben Tipps. Derzeit gibt es vier geförderte Stellen für Mitarbeiter. Mit einem Zuschuss der Bezirksversammlung Eimsbüttel – knapp 19.000 Euro – konnten die Stellen vorerst gesichert werden. Die Fahrradstation sollte im Gegenzug bis 2016 geöffnet bleiben. Derzeit kann Einfal den Betrieb nur bis April 2014 garantieren.
Das Cycle-Café war als Integrationsbetrieb geplant, der auch schwerbehinderten Menschen einen Arbeitsplatz bietet soll. Die Fahrradstation gibt es bereits seit 2003 in dem kleinen Bau zwischen Audimax und Philosophenturm. Vorläufer war Campusrad - eine reine Selbsthilfewerkstatt, die Mitte der 90er Jahre gegründet wurde.
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