Erstes Passivhaus im gründerzeitlichen Stil in Eimsbüttel

Der weltweit erste Passivhaus-Neubau in gründerzeitlichem Stil steht in Eimsbüttel, Foto: Jörn Hustedt
 
Das energiesparende Modellbauprojekt fügt sich mit Schmuck und Charme in das Quartier (Foto Jörn Hustedt)
Hamburg: Haus Winter | Passivhaus in Eimsbüttel öffnet seine Türen

Internationale „Tage des Passivhauses“ vom 7. bis 9. November 2014


Hamburg/Darmstadt. Ein Passivhaus spart nicht nur Kosten. Zu den größten Vorteilen der energie-effizienten Bauweise zählt der hohe Komfort. Wer sich davon selbst überzeugen möchte, hat an den „Tagen des Passivhauses“ die Chance – vom 7. bis 9. November können Passivhäuser in ganz Deutschland und darüber hinaus besichtigt werden. Experten zeigen, wie es funktioniert, Bewohner geben ihre Erfahrungen weiter. Eine Übersicht der Gebäude, deren Türen an den „Tagen des Passivhauses“ in verschiedenen Städten und Regionen geöffnet sind, bieten die Internet-Seiten www.zebau.de und www.passivhausprojekte.de.

Bei einer Besichtigung wird sehr schnell deutlich, was ein Passivhaus auszeichnet: Die Luftqualität ist nachweislich höher als in konventionellen Gebäuden, Schimmelbildung ist praktisch ausgeschlossen – und entgegen hartnäckiger Vorurteile können natürlich auch in einem Passivhaus die Fenster geöffnet werden. Wer als angehender Bauherr oder Mieter noch unsicher ist, kann im Gespräch mit zum Teil langjährigen Passivhaus-Bewohnern viele Fragen klären.

HAUS WINTER – der erste Passivhaus-Neubau


In Hamburg Eimsbüttel öffnet das HAUS WINTER in der Wiesenstrasse 7
am Freitag, den 7. November 2014
von 15:30 bis 17:00 Uhr seine Türen
anlässlich der Tage des Passivhauses.

Mit dem weltweit ersten Passivhaus-Neubau im gründerzeitlichen Stil leistet der Bauherr Georg Winter Pionierarbeit. "Wir wollten zeigen, dass sich ein moderner, energieeffizienter Neubau ohne Stilbruch in ein historisches Quartier einfügen lässt", so Winter, der Gründer vom HAUS DER ZUKUNFT – dem Kompetenzzentrum für nachhaltiges Wirtschaften.

Der Architekt Jakob Siemonsen führt am 7. November durch das Haus mit 8 Mietwohnungen und zwei Gewerbeeinheiten. Bei der Besichtigung einer nach baubiologischen Kriterien gebauten Wohnung werden Fragen zur Passivhaustechnik beantwortet. Siemonsen berichtet aus eigener Erfahrung, auf welche Probleme ein Architekt stößt, wenn er heute ein Bauwerk mit Stilelementen einer Fassade aus vergangenen Jahrhunderten plant und umsetzt. Laut einer Umfrage des Hamburger Abendblattes wünschen sich 91 Prozent der Befragten mehr Neubauten mit Gründerzeit-Fassade. Jakob Siemonsen erlebt ebenfalls sehr positive Reflektionen von Passanten, Bauleuten und einer interessierten Öffentlichkeit auf das von ihm geplante Haus.

"Das Haus ist etwas Besonderes und bezüglich der Energieeffizienz zukunftsweisend", bescheinigt Benjamin Wünsch, Referent des unabhängigen Passivhaus Instituts in Darmstadt, das Passivhäuser zertifiziert und eine Datenbank aus bundesweit knapp 3000 solcher Häuser führt. "Das Energiekonzept setzt vor allem auf Wärmedämmung und modernste Gebäudetechnik." Ergänzend kommen erneuerbare Energien zum Einsatz, beim Bau wurden zudem überwiegend ökologische Materialien mit regionalem Bezug verwendet. "Auch die Fassade ist nicht nur schmuckvoll, sondern auch aus energetischer Sicht vorzeigbar", sagt Wünsch.

Das Prinzip der „neuen Geborgenheit“ von Dr. Georg Winter, der im Jahr 1995 für sein umweltorientiertes Engagement mit dem Deutschen Umweltpreis ausgezeichnet wurde, hat den Bau nicht nur außen sondern auch innen stark beeinflusst. Dass das Konzept aufgeht, belegen das Wohlgefühl und die Energie der Menschen, die seit Sommer 2014 in dem Haus leben und arbeiten.

Der Jurist und Unternehmer Dr. Georg Winter betrat auch schon 1985 bauliches Neuland, indem er den ersten baubiologischen Industriebau Deutschlands in Norderstedt errichten ließ. 1998 gründete er das HAUS DER ZUKUNFT – das Kompetenzzentrum für Wirtschaft und Umwelt. Das nach baubiologischen Kriterien umgebaute Haus in der Osterstrasse 58 erhielt den ersten Gebäudepass Deutschlands (heute Energieausweis) von der Bauhausuniversität Weimar.

Tag des Passivhauses

Die bundesweiten und internationalen „Tage des Passivhauses“ finden seit 2004 jährlich statt. Insgesamt haben auf diesem Wege schon zehntausende Menschen die Möglichkeit genutzt, die Vorzüge des Passivhauses „hautnah“ zu erleben. Das bewährte Konzept wird auch im elften Jahr fortgesetzt.

Die „Tage des Passivhauses“ sind eine Initiative der Netzwerke „IG Passivhaus“ und iPHA (International Passive House Association) sowie weiterer Partner im Ausland.

Mehr als ein Drittel des gesamten Energieverbrauchs in den westlichen Industrienationen fließt in den Betrieb von Gebäuden, überwiegend in die Beheizung. Mit dem Passivhaus-Standard können bis zu 90 Prozent dieser Energie eingespart werden. Die breite Umsetzung der Bauweise trägt somit maßgeblich zum Gelingen von Energiewende und Klimaschutz bei – zugleich ist sie ein sicherer Weg hin zu mehr Unabhängigkeit von Rohstoff-Importen.

Pressekontakt:
Anmeldung: G. Heinrich / HAUS DER ZUKUNFT / 040-4907 1204, info@haus-der-zukunft-hamburg.de
Benjamin Wünsch | Passivhaus Institut / IG Passivhaus | 06151-82699-25, presse@passiv.de
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