Er verspricht das Paradies auf Erden

Neuer Kopf einer schrägen Partei: „Jakob der 18.“, Illustrator, Verleger, „26 Semester Kunst studiert“. Oberstes Ziel des Grünen Hohen Rats: Legalisierung von Cannabis. Foto: fs

Im Schanzenpark schlug die Gründungsstunde einer schrägen neuen Partei

Von Fritz Schenkel, Sternschanze – Das Wetter war alles andere als paradiesisch: Ein nasskalter Dezember-Wind fegte durch den Schanzenpark, wo sich elf Aufrechte zusammengefunden hatten, um eine neue Partei zu gründen. Grüner-
Hoher-Rat wird sie heißen. Das Wetter ist eines der wenigen wichtigen Dinge, die (noch) nicht auf der Agenda der Polit-Neulinge stehen.
Ansonsten ist bereits fast alles vertreten. Es reicht von der „Legalisierung von Cannabis (alle anderen Drogen auf Rezept)“ über „1.000 Euro Arbeitslosengeld“, „seriöse esoterische Therapien auf Krankenschein“ und „Steuererleichterung durch zehn Prozent Reichensteuer“, die „Einsetzung eines Juden als Kaiser von Deutschland“ bis hin zum „Paradies für alle auf Erden“. Schon auf den ersten Blick wird deutlich: Die politischen Neulinge haben sich ehrgeizige Ziele gesetzt.
„Wir sind eine neue grüne, spirituelle Partei, die 2013 mit unbestochenen grünen Fachleuten und Professoren zur Bundestagswahl antreten möchte. Wir bewegen uns im Bermudadreieck von Schröderstift, Schanzenpark und Foolsgarden“, plaudert der Vorsitzende „Jakob der 18.“ – der bürgerliche Name tut hier nichts zur Sache – aus dem Nähkästchen.
„Wir sind eine spaßige Partei, aber keine Spaßpartei.“ Darauf legt „Jakob der 18.“, Illustrator, Verleger, „26 Semester Kunst studiert“, großen Wert. Um ihre Ernsthaftigkeit zu unterstreichen, werden noch Professoren gesucht, die bei der Formulierung der politischen Ziele fachliche Hilfe leisten wollen und können. Ein Parteibuch gibt es aber dennoch schon: „Grüne Revolution – der Weg ins Paradies“.
Nun könnten Skeptiker einwenden, dass es bis dahin noch ein langer Weg ist. Weit gefehlt: Den „Beginn des diesseitigen Paradieses“ datiert der „Grüne Hohe Rat“ auf Mittwoch, 21. Dezember. Wenn Wochenblatt-Lesern an diesem Tag also irgendetwas merkwürdig anders vorkommt als gewohnt, dann wissen sie warum.
Wem das noch nicht reicht, der kann sich unter www.grüner-hoher-rat.de weiter informieren.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.