Er lüftet Geheimnisse der Pflanzenwelt

Hinschauen lohnt sich: Botanik- Experte Gerhard Höfer bietet botanische Führungen im Park Am Weiher an.
Hamburg: Park Am Weiher |

Botanik-Experte Gerhard Höfer bietet Führungen am Eimsbütteler Weiher an

Erlen, Weiden und Kastanien erkennt wahrscheinlich jeder. Aber schon mal den „Beamtenbaum“, den nordamerikanischen Tulpenbaum oder die Sumpfzypresse gesichtet? Gerhard Höfer zeigt die botanische Vielfalt im Eimsbütteler Park Am Weiher.
Etwa 60 Blütenpflanzen sowie knapp 100 Baum- und Straucharten hat der Botanik-Fachjournalist in dem kleinen idyllischen Park zwischen Ring 2, Unnastraße, Ottersbekallee und Am Weiher ausgemacht. „Von der ursprünglichen Vegetation ist fast nichts übrig geblieben. Nur Eichen und Sumpfschachtelhalm sind schon lange hier“, sagt der Experte. Letzteres Gewächs könnte schon an die 10.000 Jahre am Ufer des heutigen Sees wachsen.
Der kleine Park Am Weiher entstand, als um 1880 der Bach Ottersbek im damaligen Sumpfgebiet aufgestaut wurde. Eimsbüttel war damals kaum besiedelt, im Prinzip eine nasse Wiese vor den Toren der Hansestadt. Der heutige Park ist gestaltete Natur, nach und nach pflanzten Gartenbauer Gewächse an, die hier eigentlich gar nicht vorkamen.
Zum Beispiel zwei Sumpfzypressen am südlichen Ende des Sees. Höfer beugt sich hinab und zeigt die Atmungsknie des Wasserbewohners: Um Sauerstoff zu bekommen, wachsen die Wurzeln in kleinen Höckern aus dem Boden. „Das ist eine uralte Baumart, Sumpfzypressen gibt es seit etwa 30 Millionen Jahren.“
Ein paar Meter weiter steht der Götterbaum, der aus dem asiatischen Raum seinen Weg nach Eimsbüttel fand. Sieht hübsch aus, verbreitet sich aber rasend schnell und verdrängt mitunter andere Pflanzen. Davon gibt es noch mehr Exemplare zu sehen: Japanischer Riesenknöterich und Drüsiges Springkraut gelten als Plage unter Botanikern.
Aber auch nützliche Pflanzen wachsen im Uferbereich: Verschiedene Minzarten, Wolfstrapp oder Rietgras werden teilweise in der Naturheilkunde verwendet.
– Führungen (etwa zwei Stunden) sind jeden ersten Sonnabend im Monat ab 9.30 Uhr. Nächster Termin: 4. August. Kosten: zehn Euro, verbindliche Anmeldung unter 500 13 11.

Kuriose Namen
Zwei Baumarten haben einprägsame Spitznamen: Affenärsche und Beamtenbaum. Affenärsche sind Mispeln. Der Baum aus dem norddeutschen Bauerngarten hat den Namen von der Fruchtform her. Diese platzt auf und wölbt sich prall nach außen - wie eben, nun ja, ein Affenpo. Die Bauern nannten das Gewächs „Apens mors“.
Der Beamtenbaum ist der Trompetenbaum aus dem Süden der USA. Weil er sonst wärmere Gefilde gewohnt ist, treibt er in Eimsbüttel erst spät und nur für eine kurze Zeit seine Blüten aus. Kommt spät, geht früh: Da dachte der Volksmund an den Beamten und verpasste so dem Baum seinen Spitznamen.
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